Toter Topterrorist Sarkawis Familie will den Leichnam

Nach dem Tod von Abu Mussab al-Sarkawi hat dessen Familie die USA gedrängt, den Leichnam des Topterroristen herauszugeben. Er habe ein Anrecht auf ein Bestattung nach muslimischer Tradition.


Sarka - "Wenn sie noch ein bisschen Respekt gegenüber unserer Religion haben, sollten sie uns den Leichnam des Märtyrers Abu Mussab übergeben, das ist unser Recht als Familie", sagte Mohammed Fadhil al-Chalajleh, ein Bruder Sarkawis, im jordanischen Sarka, wo der Topterrorist vermutlich geboren wurde. Durch die Überstellung des Leichnams könne der von US-Streitkräfte nahe der irakischen Stadt Bakuba Getötete nach muslimischer Tradition beigesetzt werden.

Chalajleh ist der älteste Sohn der zehnköpfigen Familie. Zuletzt hatten sie den al-Qaida-Anführer im Jahre 2000 gesehen, als er Jordanien verließ, um sich in Afghanistan zu einem islamistischen Kämpfer ausbilden zu lassen. Er sei "sehr stolz" auf seinen Bruder, der "für Gottes Sache in Afghanistan und im Irak kämpfte". Abu Mussab al-Sarkawi war wegen etlicher von ihm zu verantwortenden Anschläge einer von den USA am meisten gesuchten Terroristen überhaupt.

In seiner Heimat Sarka wurde er schon vor seinem Tod als Kultfigur gefeiert. "Er bleibt in unseren Herzen. Jeder Muslim spricht ein leises Gebet für seine Seele", sagte Chalajleh. Sein Bruder einen herausragenden Platz als "Märtyrer" im Himmel verdient, weil er die US-Besatzungstruppen bekämpft habe. Andere Familienmitglieder würdigten seine "Ausstrahlung und Tapferkeit".

Aus politischen Kreisen verlautete, die jordanische Regierung könnte aus humanitären Erwägungen einer Beisetzung Sarkawis in dem Königreich zustimmen. Sarkawi wurde in Jordanien als Terrorist gesucht. Er hatte versucht, das Königshaus mit Anschlägen und Gewalt zu Fall zu bringen, bevor er in Afghanistan untertauchte und später im Irak seinen Kampf gegen die US-geführten Streitkräfte begann. Von al-Qaida-Chef Osama Bin Laden wurde er als "Prinz" der Terrororganisation bezeichnet

als/Reuters

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