Transnistrien Kreml-Kandidat verliert Präsidentenwahl

Es ist der erste Machtwechsel seit Sowjetzeiten: In der von Moldau abtrünnigen Region Transnistrien verlor der vom Kreml unterstützte Kandidat Anatoli Kaminski die Stichwahl um das Präsidentenamt. Gewinner ist Ex-Parlamentschef Jewgeni Schewtschuk.

Anatoli Kaminski: Verlierer der Präsidentenwahl trotz Unterstützung aus Russland
AFP

Anatoli Kaminski: Verlierer der Präsidentenwahl trotz Unterstützung aus Russland


Tiraspol - Wende in der von Moldau abgespaltenen Konfliktregion Transnistrien: In der Stichwahl um das Amt des Präsidenten verlor der von Russland gestützte Kandidat Anatoli Kaminski. Er unterlag klar mit knapp 20 Prozent der Stimmen, wie die Wahlkommission in der Hauptstadt Tiraspol mitteilte. Die Abstimmung wurde international nicht anerkannt, denn Transnistrien gilt für die Weltgemeinschaft nicht als souveräner Staat.

Sein Gegner, der frühere Parlamentssprecher Jewgeni Schewtschuk, gewann die Abstimmung demnach mit rund 74 Prozent der Stimmen. Er übernimmt den Präsidenten-Posten von Igor Smirnow. Es ist der erste Machtwechsel in Tiraspol seit Sowjetzeiten.

Der bisherige autoritäre Amtsinhaber Igor Smirnow war beim ersten Wahlgang am 11. Dezember nach 21 Jahren an der Spitze ausgeschieden, nachdem ihn Russland fallengelassen hatte. Moskau unterstützte daraufhin Kaminski.

Transnistrien ist eine russischsprachige Provinz mit 550.000 Einwohnern im Osten von Moldau, dem Nachbarland von EU- und Nato-Mitglied Rumänien. 1992 hatte sich Transnistrien, das von Russland finanziell unterstützt wird, vom rumänischsprachigen Moldau für unabhängig erklärt.

Ende November hatten Moldau und Transnistrien nach sechsjähriger Pause erstmals wieder Gespräche zur Lösung ihres Territorialstreits aufgenommen.

heb/dpa/AFP



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batmanmk 26.12.2011
1. Tansirgendetwas
Zitat von sysopEs ist der erste Machtwechsel seit Sowjetzeiten: In der von Moldau abtrünnigen Region Transnistrien verlor der vom Kreml unterstützte Kandidat Anatoli Kaminski die Stichwahl um das Präsidentenamt. Gewinner ist Ex-Parlamentschef Jewgeni Schewtschuk. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,805810,00.html
Was macht man als USA eigentlich in so einem Fall? Das Land wurde ja vorher nicht anerkannt, jetzt hat es dort Wahlen gegeben (das die fair waren, hat sich nur nach Bekanntgabe des Endresultates herausgestellt) und der Krem-Kandidat hat nicht gewonnen? Land anerkennen? Flugverbotszone? Eine neue Farbe aus dem Wassermalkasten heraussuchen? Fragen über Fragen....
3tium 26.12.2011
2.
Zitat von batmanmkWas macht man als USA eigentlich in so einem Fall? Das Land wurde ja vorher nicht anerkannt, jetzt hat es dort Wahlen gegeben (das die fair waren, hat sich nur nach Bekanntgabe des Endresultates herausgestellt) und der Krem-Kandidat hat nicht gewonnen? Land anerkennen? Flugverbotszone? Eine neue Farbe aus dem Wassermalkasten heraussuchen? Fragen über Fragen....
Die Amis interessiert das nicht. Sie zwar sind in den 2+5 Verhandlungen mit drin, zeigen aber keine Aktivitäten. Die Hauptstadt von Moldawien hat mehr Einwohner als die ganze PMR und strategisch ist die Lage der Region vielleicht ein bisschen. Wenn man betrachtet dass die drei führenden Kandidaten der Präsident, der Vorsitzende des Parlaments und der Sprecher des Parlaments waren, kann man sich gut erklären, das sich gar nichts ändern wird. Das ist nicht die schlechteste Option. Viel interessanter ist der Umgang der gesamten "demokratischen Staaten der Welt" mit dem Konstrukt PMR. Immerhin funktioniert es seit 20 Jahren und die Verhältnisse sind nach meinem persönlichen Eindruck besser als in Moldawien oder in der Ukraine (ich lebe seit einigen Jahren in dem Länderdreieck). Korruption existiert in sämtlichen aus der UDSSR hervorgegangenen Staaten. Sie ist im Gegensatz zu den "gepflegten Staaten" dieser Welt aber auf jedem Level existent und für alle nutzbar. Die Nichtanerkennung ist aus meiner Sicht Diskriminierung.
D13 26.12.2011
3. wieder der pöhse westen
Zitat von batmanmkWas macht man als USA eigentlich in so einem Fall? Das Land wurde ja vorher nicht anerkannt, jetzt hat es dort Wahlen gegeben (das die fair waren, hat sich nur nach Bekanntgabe des Endresultates herausgestellt) und der Krem-Kandidat hat nicht gewonnen? Land anerkennen? Flugverbotszone? Eine neue Farbe aus dem Wassermalkasten heraussuchen? Fragen über Fragen....
Ich denke, Sie sollten sich tatsächlich lieber mit Ihrem Wassermalkasten beschäftigen.
dilinger 26.12.2011
4.
Zitat von batmanmkWas macht man als USA eigentlich in so einem Fall? Das Land wurde ja vorher nicht anerkannt, jetzt hat es dort Wahlen gegeben (das die fair waren, hat sich nur nach Bekanntgabe des Endresultates herausgestellt) und der Krem-Kandidat hat nicht gewonnen? Land anerkennen? Flugverbotszone? Eine neue Farbe aus dem Wassermalkasten heraussuchen? Fragen über Fragen....
Warum sollte die USA irgendetwas "machen", damit Leute wie Sie anschließend rumnölen können, dass sich die Amerikaner überall einmischen. Im Übrigen, wenn interessiert schon Transnistrien, ein Ort wo man nicht tot über dem Zaun hängen möchte, wie man bei uns in Franken sagt.
3tium 26.12.2011
5.
Zitat von dilingerWarum sollte die USA irgendetwas "machen", damit Leute wie Sie anschließend rumnölen können, dass sich die Amerikaner überall einmischen. Im Übrigen, wenn interessiert schon Transnistrien, ein Ort wo man nicht tot über dem Zaun hängen möchte, wie man bei uns in Franken sagt.
Zumindest eine halbe Mio. leben hier und haben im Moment kaum eine andere Möglichkeit als die ganzen Tagesprobleme eines nicht anerkannten Staates zu ertragen wenn sie nicht zusammen mit der Republik Moldau oder der Ukraine "tot überm Zaun hängen wollen". Der Ausdruck trifft aber auch nicht auf die Ukraine oder Moldawien zu, man kann da ganz gut leben und leidet nicht mal unter der grassierenden Brüsselitis.
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