Tripolis Libysche Polizei stoppt Boot mit 500 Flüchtlingen

Woche für Woche wagen Menschen die Flucht aus Nordafrika Richtung Europa - getrieben von der blanken Not. Rund 500 von ihnen wurden jetzt bei der versuchten Überfahrt von den Behörden in Tripolis gestoppt. Libyen kündigte an, illegale Migration fortan systematisch zu bekämpfen. 

Bootsflüchtlinge am Hafen von Tripolis: von den libyschen Behörden gestoppt
DPA

Bootsflüchtlinge am Hafen von Tripolis: von den libyschen Behörden gestoppt


Tripolis - Der frühere libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi soll angeblich bewusst Flüchtlinge auf den Weg geschickt haben, um Europa unter Druck zu setzen. Die neue libysche Regierung will illegale Migration fortan systematisch bekämpfen. Am Montag haben die libyschen Behörden rund 500 afrikanische Flüchtlinge bei ihrer Überfahrt nach Europa gestoppt.

Einem General zufolge wurden sie vor der Küste des nordafrikanischen Landes abgefangen. Sie wurden zum Hafen der Hauptstadt Tripolis zurückgebracht und dort von bewaffneten Männern sowie Mitgliedern des libyschen Innenministeriums bewacht, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Insassen des Bootes stammten offenbar aus Äthiopien, Nigeria, der Elfenbeinküste und Ghana.

Die Flüchtlinge seien auf dem Weg nach Italien gewesen, sagte Innenminister Fausi Abd al-Ali auf einer Pressekonferenz in Tripolis. Er sicherte zu, dass sein Land "anders" mit der Flüchtlingsfrage umgehen werde als unter der Führung des früheren Machthabers Muammar al-Gaddafi. Unter Gaddafi sei das Thema ein "Druckmittel" gewesen, "um Europa zu erpressen", sagte Abd al-Ali. Er kündigte zugleich die Gründung einer neuen Abteilung an, die sich einzig der Bekämpfung illegaler Migration von Nordafrika nach Europa widmen soll.

Libyen ist seit Jahren ein Transitland für afrikanische Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa. Allein auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa trafen seit Jahresbeginn angesichts der Umbrüche in Tunesien und des Konflikts in Libyen mehr als 50.000 Flüchtlinge ein. Vor der Küste Kalabriens rettete die italienische Küstenwache am Montag 81 Bootsflüchtlinge aus Seenot. Sie waren an Bord von zwei Schiffen zwischen Libyen und Italien in Schwierigkeiten geraten. Eines ihrer Boote sank.

bos/dapd/AFP



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Seite 1
e_d_f 09.12.2011
1. erfreulich
Zitat von sysopWoche für Woche wagen Menschen die Flucht aus Nordafrika Richtung Europa - getrieben von der blanken Not. Rund 500 von ihnen wurden jetzt bei der versuchten Überfahrt von den Behörden in Tripolis*gestoppt. Libyen kündigte an,*illegale Migration fortan systematisch zu bekämpfen.* http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,801915,00.html
Es ist erfreulich, dass die staatlichen Strukturen in Libyen wieder so gut funktionieren, dass die illegale Einwanderung nach Europa unterbunden wird. Es ist darüber hinaus zu hoffen, dass die staatlichen Strukturen in Libyen insgesamt wieder richtig ans Laufen kommen. Ich finde es bedauerlich, dass darüber, im Gegensatz zum Krieg, nur noch sehr selten berichtet wird. Dabei entscheidet es sich gerade jetzt, wie es in Libyen in Zukunft aussehen wird.
alphabravo31 13.12.2011
2. Erfreulich
Zitat von e_d_fEs ist erfreulich, dass die staatlichen Strukturen in Libyen wieder so gut funktionieren, dass die illegale Einwanderung nach Europa unterbunden wird. Es ist darüber hinaus zu hoffen, dass die staatlichen Strukturen in Libyen insgesamt wieder richtig ans Laufen kommen. Ich finde es bedauerlich, dass darüber, im Gegensatz zum Krieg, nur noch sehr selten berichtet wird. Dabei entscheidet es sich gerade jetzt, wie es in Libyen in Zukunft aussehen wird.
Ja ist das nicht schön? endlich mal ein funktionierender Staat der uns vor diesen unsäglichen illegalen Einwanderern schützt! phantastisch! ich krieg mich gar nicht mehr ein! mein herr, meinen sie das eigentlich ernst oder war das so wie meine Antwort purer sarkasmus? sie und ich können von glück sprechen das wir nicht in der selben situation stecken wie die armen hunde von denen dieser artikel handelt. und ich wette wären wir es würden sie genauso wie ich auch zu sehen das sie ihr von armut, hunger, krieg und zerstörung zerrüttetes land verlassen und wo anders ihr glück suchen würden. so wie es vor uns viele deutsche getan haben. nur wars damals nicht "illegal". nur gut das diese armen teufel auf dem foto wahrscheinlich nie in den genuss des spon forums kommen werden und ihren post zu lesen bekommen. die könnten womöglich verrückt werden vor wut. mal im ernst, ich hab hier selten einen derart menschenverachtenden post als ihren gelesen. haben sie das echt nötig?wenn ja, schade um sie und hoffentlich müssen sie nie erfahren was die meisten "illegalen" einwanderer erdulden und ertragen müssen. Ach ja, von welchen funktionierenden strukturen reden sie im fall von lybien eigentlich? ich meine ich wünsche mir für das lybische volk genause eine schnelle rückkehr zur normalität aber betrachtet man die momentane berichterstattung bzgl. rivalisierenden rebellenverbänden, ermordungen, erpressungen und machtkämpfen von dort scheint dies noch in weiter ferne.
e_d_f 15.12.2011
3. Naiv!
Zitat von alphabravo31Ja ist das nicht schön? endlich mal ein funktionierender Staat der uns vor diesen unsäglichen illegalen Einwanderern schützt! phantastisch! ich krieg mich gar nicht mehr ein! mein herr, meinen sie das eigentlich ernst oder war das so wie meine Antwort purer sarkasmus? sie und ich können von glück sprechen das wir nicht in der selben situation stecken wie die armen hunde von denen dieser artikel handelt. und ich wette wären wir es würden sie genauso wie ich auch zu sehen das sie ihr von armut, hunger, krieg und zerstörung zerrüttetes land verlassen und wo anders ihr glück suchen würden. so wie es vor uns viele deutsche getan haben. nur wars damals nicht "illegal". nur gut das diese armen teufel auf dem foto wahrscheinlich nie in den genuss des spon forums kommen werden und ihren post zu lesen bekommen. die könnten womöglich verrückt werden vor wut. mal im ernst, ich hab hier selten einen derart menschenverachtenden post als ihren gelesen. haben sie das echt nötig?wenn ja, schade um sie und hoffentlich müssen sie nie erfahren was die meisten "illegalen" einwanderer erdulden und ertragen müssen. Ach ja, von welchen funktionierenden strukturen reden sie im fall von lybien eigentlich? ich meine ich wünsche mir für das lybische volk genause eine schnelle rückkehr zur normalität aber betrachtet man die momentane berichterstattung bzgl. rivalisierenden rebellenverbänden, ermordungen, erpressungen und machtkämpfen von dort scheint dies noch in weiter ferne.
Das sind keine armen Hunde. Die armen Hunde bleiben in ihren Herkunftsländern, weil sie das Geld für die Schlepper gar nicht haben. Wenn Sie den armen Hunden helfen wollen, dann tun Sie das; am besten in den Herkunftsländern. Wer sich eine Überfahrt für 1000 € oder mehr leisten kann, gehört in Schwarzafrika schon zu gehobenen Schicht. Und die sollte sich besser um den Aufbau ihrer Herkunftsländer kümmern. Ich bin froh, dass die illegalen Einwanderer schon in Libyen abgefangen werden. Nicht zuletzt aus humanitären Gründen. Besser, sie gehen erst gar nicht auf die gefährliche Überfahrt. Das Risiko abzusaufen ist nämlich sehr hoch. Das Vorgehen der Libyer schützt somit Menschenleben. Daran ist nichts auszusetzen. Im Gegenteil.
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