Triumph für Bloomberg New York macht Weg für dritte Amtszeit frei

Michael Bloomberg hat sich durchgesetzt: Wegen der Finanzkrise darf New Yorks Bürgermeister länger im Amt bleiben, als gesetzlich vorgesehen. Nach einer wochenlangen Debatte gab der Stadtrat jetzt grünes Licht für eine mögliche dritte Amtszeit des Milliardärs.


New York - Die Finanzkrise verhilft New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg vielleicht zu einer dritten Amtszeit: Bloomberg soll angesichts der strauchelnden Märkte länger Stadtoberhaupt von New York bleiben als gesetzlich vorgesehen.

Bürgermeister Bloomberg: Kann länger im Amt bleiben
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Bürgermeister Bloomberg: Kann länger im Amt bleiben

Der Stadtrat hob am Donnerstag die Beschränkung auf zwei Amtszeiten auf, so dass sich der erfahrene Wall-Street-Händler und Milliardär im November für eine dritte Amtszeit bewerben kann.

Die Entscheidung fiel mit 29 zu 22 Stimmen denkbar knapp aus. Sie war deshalb umstritten, weil die Beschränkung der Amtszeit auf zwei Legislaturperioden erst 1993 mit einem Volksentscheid eingeführt und 1996 nochmals durch ein Bürgervotum bekräftigt worden war. Bloombergs Widersacher warfen ihm vor, die Demokratie auszuhebeln. Der Bürgermeister selbst argumentierte, angesichts der schwierigen Zeiten durch die Finanzkrise sei eine erfahrene Stadtspitze wichtig.

Mit Verweis auf die Finanzkrise hatte Bloomberg die Gesetzesänderung vorgeschlagen. Er will die Stadt "durch die wirtschaftlich schwierige Zeit führen". Ohne eine derartige Änderung hätte der Milliardär 2009 aus dem Amt scheiden müssen. Auch die Mitglieder des Stadtrats können sich neu bewerben.

Bloomberg gilt als einer der reichsten Männer der USA und war 2001 und 2005 jeweils mit deutlicher Mehrheit zum Stadtoberhaupt der New Yorker gewählt worden. Für ein symbolisches Gehalt von einem Dollar pro Jahr steht er als Nachfolger des legendären Law-and-Order-Manns Rudolph Giuliani an der Spitze der Stadt. Er war ursprünglich als Republikaner angetreten. Im vergangenen Jahr kehrte er der Partei den Rücken und amtiert nun als Unabhängiger.

Der 66-Jährige hat als Wall-Street-Händler und als Gründer des nach ihm benannten Informationsdienstleisters ein Vermögen gemacht, das vom Magazin "Forbes" auf etwa 20 Milliarden Dollar geschätzt wird. Er gilt als Architekt des wirtschaftlichen Aufschwungs New Yorks nach dem Schock der Attentate vom 11. September 2001. Derzeit wird das wirtschaftliche Fundament der Stadt durch die Finanzkrise erschüttert, die an der New Yorker Wall Street ihren Anfang genommen hatte.

amz/Reuters/dpa



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