Trotz allem Barak und Arafat telefonieren weiter miteinander


Tel Aviv - Der israelische Ministerpräsident Ehud Barak und Palästinenserpräsident Jassir Arafat stehen nach Medienberichten auch während der von Barak verkündeten "Pause" im Nahost-Friedensprozess weiter in Kontakt. Barak habe Arafat am vergangenen Donnerstag angerufen und ihn vor einer Verschärfung der israelischen Maßnahmen gewarnt, sollten die Unruhen in den Palästinensergebieten weitergehen, berichteten israelische Medien am Mittwoch. Arafat habe Barak gebeten, das Telefonat geheim zu halten, hieß es.

Die Zeitung "Maariv" schrieb, Barak habe Arafat gedrängt, die am 17. Oktober in Scharm al-Scheich vereinbarte Waffenruhe umzusetzen und den Einsatz von Schusswaffen zu unterbinden. Nach Angaben der Zeitung "Haaretz" sagte Arafat, er wolle die Gewalt eindämmen, habe aber Schwierigkeiten, die "Straße zu kontrollieren".

Die israelische Zeitung "Jedioth Achronoth" schrieb am Mittwoch, Barak und Arafat hätten in den vergangenen Tagen sogar intensive Gespräche über eine dauerhafte Friedensregelung zwischen Israel und den Palästinensern geführt. Ziel beider Seiten sei ein neues Gipfeltreffen in Washington Mitte November. Dort wolle man sich unter Vermittlung von US-Präsident Bill Clinton um eine Einigung über die zentralen Streitpunkte zwischen Israel und den Palästinensern bemühen. Israels amtierender Außenminister Schlomo Ben-Ami und das Büro Baraks dementierten jedoch am Mittwoch die Meldung.

Schimon Peres, der israelische Minister für regionale Zusammenarbeit, wollte sich am Mittwoch in Absprache mit Barak mit Arafat treffen. Peres hatte am Dienstag gesagt, er wolle Arafat drängen, die Gewalt zu beenden und an den Verhandlungstisch zurückzukehren.



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