Schlag gegen Maduro Trump friert Vermögen der venezolanischen Regierung ein

Nicolás Maduro hält sich in Venezuela an der Macht - obwohl die USA seit Monaten seine Absetzung vorantreiben. Nun erhöht Washington den Druck: Alle Geldwerte der Regierung in den USA werden blockiert.

Donald Trump (am 4. August): Neues Zeichen in Richtung Caracas
Nicholas Kamm/ AFP

Donald Trump (am 4. August): Neues Zeichen in Richtung Caracas


Die Situation in Venezuela scheint festgefahren, nun versucht die Regierung von US-Präsident Donald Trump mit neuen Sanktionen gegen die Führung in Caracas einen Impuls zu setzen. Das Signal ist deutlich: Alle Besitztümer und Eigentumsrechte der venezolanischen Regierung in den USA seien festgesetzt worden, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Anordnung Trumps.

Sie dürfen demnach nicht übertragen, ausbezahlt, ausgeführt oder abgezogen werden. Damit erhöhen die USA den Druck auf den sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro, um einen Machtwechsel in dem südamerikanischen Land zu erreichen, das unter einer schweren Wirtschaftskrise leidet.

Maduro liefert sich seit Anfang des Jahres einen Machtkampf mit Oppositionsführer Juan Guaidó, der sich selbst zum Übergangspräsidenten ausgerufen hat und von den USA und zahlreichen anderen westlichen Staaten anerkannt wird. Maduro wiederum wird von Russland, China und Kuba unterstützt.

Verhandlungen in der Karibik brachten leichte Fortschritte

Mitte Juli hatten sich beide Seiten auf einen neuen Vermittlungsversuch eingelassen. Vertreter der Regierung und der Opposition trafen sich zu Gesprächen auf der Karibikinsel Barbados. Die norwegische Regierung tritt in dem Konflikt als Vermittler auf. Die verfeindeten Lager einigten sich darauf, eine ständige Arbeitsgruppe einzurichten, wie das norwegische Außenministerium mitteilte.

Maduros Unterhändler Héctor Rodríguez sprach von einem "komplexen Weg", der zu einer "Vereinbarung über ein demokratisches Zusammenleben" führen könnte. Guaidós Unterhändler Stalin González schrieb beim Kurzbotschaftendienst Twitter, die Venezolaner wollten "Antworten und Resultate". Es würden nun Konsultationen abgehalten, um dem "Leiden ein Ende zu bereiten".

jok/AFP/dpa



insgesamt 49 Beiträge
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RalfHenrichs 06.08.2019
1.
Kann man sich vorstellen, dass Maduro mit diesem Schritt nicht gerechnet hat? Eigentlich nicht. Daher denke ich nicht, dass Maduro und seine Anhänger noch viel Vermögen in den USA haben. Insofern wird dieser Schritt nichts ändern. Dass es sich dabei um einen Völkerrechtsbruchs handelt, ist klar, spielt aber bei Trump keine Rolle.
wolla2 06.08.2019
2. Verzweiflungstat
Was will er da eigentlich noch einfrieren. Die USA, Canada und die Engländer haben doch schon alles gestohlen, was nicht niet- und nagelfest war. Und Resteuropa hat sich mit der rechtswidrigen Anerkennung eines von den USA eingesetzten Nachwuchspolitikers bis auf die Knochen blamiert. Den eigentlich westfreundlichen Staat Venezuela haben sie damit in die "Arme von China und Russland" getrieben. Kann man jetzt nur hoffen, dass China und Russland nun weiterhin US Staatsverschuldungen abstoßen und die US Ökonomie weiter den Bach runter geht. Damit wären Russland und China die bessere Wahl für Venezuela in der Zukunft.
HeinzLambertus 06.08.2019
3. es vergeht nicht
ein Tag, ohne dass Trump irgend ein Land angreift. Mir scheint die USA ist auf dem Weg des Niedergangs. Jetzt nochmal Muskeln zeigen um Ueberlegenheit vorzutäuschen. Trump verspielt das Vertrauen seines Landes, der Schaden wird nicht so leicht zu beheben sein.
Fuxx2000 06.08.2019
4. Regime Change
Mal wieder betreiben die USA einen Regierungswechsel von außen, diesmal durch einen Wirtschaftskrieg. Bezeichnend, dass Nirwegen hier als Vermittler auftritt und die USA als Scharfmacher.
ofelas 06.08.2019
5. Kriegserklärung der USA
Angriffskrieg, und ein Verstoß gegen bestehende internationale Verträge. der "frei demokratische" Westen wird nichts dagegen tun!
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