Eskalierte Proteste Trump hat Hongkonger vor Einmarsch chinesischer Truppen bewahrt - sagt Trump

In Hongkong sind in den vergangenen Wochen die Proteste eskaliert, noch hat China keine Soldaten entsandt. Warum? US-Präsident Trump behauptet: "Ohne mich wäre Hongkong innerhalb von 14 Minuten vernichtet worden."

Donald Trump: Der einzige Grund, warum der chinesische Präsident Xi Jinping nicht in Hongkong einschreite
Tom Brenner/ REUTERS

Donald Trump: Der einzige Grund, warum der chinesische Präsident Xi Jinping nicht in Hongkong einschreite


Der Handelskrieg, den US-Präsident Donald Trump mit China vor mehr als einem Jahr angezettelt hat, belastet die Weltwirtschaft - hat aber auch viele Menschen vor dem Tod bewahrt: So sieht es Trump selbst. "Ohne mich wäre Hongkong innerhalb von 14 Minuten vernichtet worden", sagte er in einem Telefoninterview mit dem Fernsehsender Fox News.

Peking halte sich zurück wegen der laufenden Verhandlungen mit den USA über ein Handelsabkommen beider Länder. Ohne ihn hätte China Soldaten in die Sonderverwaltungsregion geschickt und wohl Tausende Menschen getötet, sagte Trump. Der einzige Grund, warum der chinesische Präsident Xi Jinping nicht in Hongkong einschreite, sei dessen Sorge über die Auswirkungen auf die Handelsgespräche.

Bisher hatte sich Trump nicht als Unterstützer der Proteste hervorgetan, die nun schon fast ein halbes Jahr andauern. So äußerte er sich auch ausweichend auf die Frage, ob er die fast einstimmig vom Kongress beschlossenen Gesetze zur Unterstützung der Demokratiebewegung in Hongkong unterzeichnen wird oder nicht. "Wir müssen an der Seite Hongkongs stehen", sagte Trump. "Aber ich stehe auch an der Seite von Xi. Er ist ein Freund von mir. Er ist ein unglaublicher Kerl."

Die Proteste in Hongkong richten sich gegen die Regierung, gegen das als brutal empfundene Vorgehen der Polizei und den wachsenden Einfluss der Pekinger Führung. Seit der Rückgabe 1997 an China wird Hongkong nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" unter Chinas Souveränität autonom regiert. Anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik genießen die Hongkonger weitgehende Rechte wie Versammlungs- und Meinungsfreiheit. Jetzt fürchten sie aber, dass ihre Freiheiten eingeschränkt werden.

Im Video: SPIEGEL-Korrespondent Bernhard Zand in Hongkong

REUTERS; DER SPIEGEL

Der US-Kongress hatte sich in dieser Woche demonstrativ hinter die Demokratiebewegung in Hongkong gestellt und zwei Gesetzentwürfe dazu gebilligt. Sie würden mit Trumps Unterzeichnung in Kraft treten. China hatte Trump aufgefordert, sein Veto gegen die Gesetze einzulegen, und den USA andernfalls "harte Gegenmaßnahmen" angedroht.

vks/dpa

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