Streit über Inselkauf Trump lässt Treffen mit dänischer Regierungschefin platzen - wegen Grönland

Jetzt wird es trotzig: Weil Dänemark nicht über einen möglichen Verkauf Grönlands reden will, hat Donald Trump kurzerhand einen Termin mit Ministerpräsidentin Mette Frederiksen abgesagt. Das verkündete er bei Twitter.

PHILIP DAVALI/ EPA-EFE/ REX

Bisher ließ sich die Idee noch als, wohlwollend formuliert, abwegiges Gedankenspiel abtun - doch nun hat der Disput über einen möglichen Kauf Grönlands durch die USA offenbar handfeste diplomatische Folgen. Donald Trump sagte wegen des Streits ein geplantes Treffen mit der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen vorerst ab.

Der US-Präsident schrieb am Dienstag im Kurzbotschaftendienst Twitter, Frederiksen habe erklärt, sie wolle nicht über einen Verkauf der Insel sprechen. Er verschiebe deswegen das für in zwei Wochen geplante Treffen mit der Ministerpräsidentin auf einen späteren Zeitpunkt.

Die Ministerpräsidentin habe den USA und Dänemark "einen sehr großen Aufwand" erspart, indem sie so direkt gewesen sei, dafür danke er ihr, fügte Trump hinzu.

Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte wenig später, die gesamte Reise des US-Präsidenten nach Dänemark sei abgesagt. Er sollte ursprünglich am 2. September für einen Staatsbesuch in das Land reisen. Schon am Sonntag hatte Trump aber angedeutet, dass die Reise entfallen könnte.

Frederiksen selbst hatte Grönland am Sonntag besucht und dort betont, dass die Insel nicht zum Verkauf stehe. Zu Trumps Überlegungen sagte sie: "Ich hoffe inständig, dass dies nicht ernst gemeint ist."

Die Idee war in der vergangenen Woche aufgekommen, angeheizt von engen Vertrauten und Beratern des Präsidenten. Nach einigen Spekulationen hatte sich Trump schließlich auch selbst geäußert.

Ein Erwerb könnte für die USA demnach "strategisch" interessant sein. Erst müsse man herausfinden, ob es ein Verkaufsinteresse gebe, erklärte Trump am Sonntagnachmittag (Ortszeit). "Im Grunde wäre es ein großes Immobiliengeschäft", sagte er mit Blick auf die zu Dänemark gehörende autonome Arktisinsel. Dänemark verliere mit seiner Unterstützung für Grönland jedes Jahr viel Geld.

Im Video: Alles eigentlich nur ein Immobilien-Deal?

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Kein Trump-Gebäude auf der Insel - aber auch kein Termin in Dänemark

Noch am Dienstag hatte es den Anschein gehabt, als erkenne selbst der US-Präsident die Absurdität der Situation. Immerhin hatte er mitgeteilt, dass er Grönland keinen Trump Tower "antun werde". Dies war weithin als scherzhafte Bemerkung eingestuft worden.

Kritiker werfen der US-Regierung immer wieder vor, mit verbalen Störfeuern und abstrusen Einwürfen von den ganz handfesten und realen Problemen in den USA ablenken zu wollen. Die Grönlandidee ließe sich sicher in diese Kategorie einsortieren. Der ehemalige Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen hatte das mögliche US-Kaufinteresse Ende vergangener Woche auf Twitter noch recht deutlich kommentiert: "Das muss ein Aprilscherz sein."

Donald Trump (am 18. August): Dänemark hat "einen sehr großen Aufwand" erspart
Alastair Pike/ AFP

Donald Trump (am 18. August): Dänemark hat "einen sehr großen Aufwand" erspart

Grönland mit seinen rund 56.000 Einwohnern ist autonom, gehört aber zum dänischen Königreich. Es ist etwa sechsmal so groß wie Deutschland, ein Großteil der Fläche ist ständig von Eis bedeckt. Für Washington könnte Grönland durch seine Lage in der Arktis, die relative Nähe zu Russland und wegen dort vermuteter Bodenschätze strategisch bedeutend sein.

jok/AFP/Reuters

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Ashurnasirapli 21.08.2019
1.
Erinnert mich irgendwie an die widerrechtliche Drohung im BGB, Inaussichtstellen eines zukünftigen Übels (Verschlechterung der diplomatischen Beziehungen) zum Bestimmen der Abgabe einer WE (Zustimmung zum Verkauf von Grönland).
bmvjr 21.08.2019
2. Am Ende
ist es Sache und Entscheidung der Bewohner von Groenland, was sie wollen und ob sie zukuenftig ein Satellit der USA sein wollen. Dabei muss Groenland aber klar sein, dass der Nutzen fuer die USA auf Ausbeutung der Rohstoffe und eine strategisch relevante Militaerbasis beschraenkt ist - nicht mehr und nicht weniger. Ob Groenland sich in solch eine Position "verkaufen" lassen will, sollten sie sich gut ueberlegen. Trump's Positionen in Sachen Umwelt, Klimawandel, Russlandpolitik, Aufruestung und Immigration wuerden dann auch voll auf den neuen Besitz Groenland durchschlagen. Davor wuerde mir sowohl als Daene als auch als Groenlaender grauen.
bernteone 21.08.2019
3. Mister Trump wird immer seltsamer
Ein Staatsbesuch wegen einer Schnapsidee abzusagen ist schon bemerkenswert . Wenn der wirklich wiedergewählt wird sollte unbedingt ein unabhängiges Gutachten über sein Gesundheitszustand eingeholt werden . Manche Dinge der er sagt und tut lassen nichts gutes ahnen . Auf jeden Fall good improvement for you Mister President .
Ein_denkender_Querulant 21.08.2019
4. Warum sollte man mit Trump reden?
Welchen Sinn hat es, mit Trump zu reden? Es ist egal, was er heute sagt, verspricht oder unterschreibt, morgen ist es wertlos. Wenn Trump beginnen will, neue Eroberungsfeldzüge zu führen, sollte er sich der Sanktionen vom Rest der Welt im Klaren sein. Dänemark ist in der NATO. Will Trump das Land angreifen, oder was denkt er sich mit seinem absurden "Angebot"? Ich denke nicht, das Grönland zum Verkauf steht. Vielleicht sollte die EU mal im 140 Zeichen Jargon anfragen, was Florida kostet. Lächerlich ...
sven2016 21.08.2019
5. Und die ganze Bande von willigen
Helfern im Weißen Haus macht bei allen Absurditäten ihres Führers mit und verteidigt dies sogar als geniale Ideen. Man bekommt vorgeführt, wie einfach Diktaturen entstehen können, sobald ein prekärer Maler oder ein insolventer Casinobetreiber nur charismatisch genug auftreten. Funktioniert auch im aufgeklärten(?) 21. Jahrhundert noch/wieder. "Wehret den Anfängen" war wohl nur eine Hoffnung.
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