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15. August 2019, 04:11 Uhr

Treffen mit Xi Jinping vorgeschlagen

Trump mischt sich in Hongkong-Konflikt ein

Bisher hat sich Donald Trump mit Kommentaren zur Lage in Hongkong zurückgehalten - doch nun regt er offenbar einen persönlichen Termin mit Chinas Staatschef an. Auch den Handelsstreit verknüpfte er mit den Unruhen.

Aus China kamen zuletzt scharfe Töne gegen den Westen, wegen dessen angeblicher Unterstützung für die Demonstranten in Hongkong. So verweigerte Peking zwei Schiffen der US-Navy die eigentlich vereinbarte Einfahrt in den Hafen der Sonderverwaltungszone. Aus dem Weißen Haus dagegen war in den vergangenen Tagen vergleichsweise wenig zur angespannten Lage vor Ort zu hören - bis jetzt.

Denn nun hat Präsident Donald Trump angesichts der sich verschärfenden Krise in Hongkong ein Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping vorgeschlagen. "Ich habe keinerlei Zweifel daran, wenn Präsident Xi das Hongkong-Problem schnell und human lösen will, dann kann er das", schrieb Trump am Mittwoch (Ortszeit) auf dem Kurznachrichtendienst Twitter und fügte hinzu: "Persönliches Treffen?"

In der ehemaligen britischen Kronkolonie und heutigen chinesischen Sonderverwaltungszone gehen seit Wochen Tausende auf die Straße und demonstrieren für mehr Freiheit. Zuletzt waren die Proteste immer gewalttätiger geworden, die Polizei setzte unter anderem Tränengas ein.

Trump and Xi waren zuletzt im Juni beim G-20 Gipfel in Osaka zusammengetroffen, wo sie unter anderem über den bitteren Handelskonflikt der beiden Nationen sprachen.

Der US-Präsident verknüpfte eine Lösung des Streits ebenfalls mit der Hongkong-Frage. "Natürlich will China einen Deal. Lasst sie erst Hongkong menschlich behandeln." Trump war zuletzt unter anderem im US-Kongress vorgeworfen worden, er äußere sich nicht klar genug zur Situation in Hongkong. Er hatte noch Anfang des Monats lediglich von "Unruhen" gesprochen, mit denen China selbst umgehen müsse.

Im Video: Gewalt in Hongkong - "Es herrscht Ausnahmezustand"

Die US-Regierung verschärfte am Mittwoch ihre Reisehinweise für Hongkong wegen der anhaltenden Proteste. US-Bürger, die sich in Hongkong aufhielten oder dorthin reisten, seien wegen der Unruhen aufgerufen, erhöhte Wachsamkeit an den Tag zu legen, teilte das Außenministerium mit. Zugleich sagte ein Ministeriums-Sprecher, man sei "tief besorgt" über Berichte, wonach paramilitärische chinesische Einheiten an der Grenze zu Hongkong zusammengezogen werden. Die USA riefen alle Seiten dazu auf, keine Gewalt anzuwenden. China müsse seine Verpflichtung einhalten und Hongkong ein hohes Maß an Autonomie garantieren.

Seit Juni protestieren Hunderttausende Menschen in Hongkong gegen ihre Führung, der sie eine zu große Nähe zur Regierung in Peking vorwerfen. China hat nach erneut gewaltsamen Protesten unter anderem am internationalen Flughafen der Millionenstadt den Ton abermals verschärft. Die Demonstrationen kämen "nahezu terroristischen Akten" gleich, teilte die für Hongkong- und Macau-Fragen zuständige Behörde mit.

Stadt wappnet sich für die nächste Protestwelle

Sie forderte eine strenge Bestrafung der regierungskritischen Demonstranten, die sich gegen einen zu starken Einfluss Chinas in Hongkong wenden. Die Stadt war 1997 von der ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien an China zurückgegeben worden, hat aber einen Sonderstatus.

Am achtgrößten Flughafen der Welt, der wegen der Proteste in den vergangenen Tagen mehrfach schließen musste, normalisierte sich der Betrieb am Donnerstag zunächst wieder. Insgesamt waren binnen 48 Stunden fast tausend Flüge gestrichen worden, vor allem nachdem am Dienstag eine zunächst friedliche Protestaktion im Airport-Gebäude in Gewalt umgeschlagen war.

Die Stadt bereitete sich unterdessen auf weitere Demonstrationen in den nächsten Tagen vor. Zunächst unklar blieb, ob sich die gewalttätigen Zusammenstöße von Polizei und Demonstranten auf die Bereitschaft der Bevölkerung auswirkten, die Protestierenden zu unterstützen.

jok/Reuters/dpa

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