Dritter Start in kurzer Zeit "Ganz normal" - Trump spielt Nordkoreas Raketentests herunter

Pjöngjang provoziert mit dem dritten Test von Raketen binnen weniger Tage. Doch US-Präsident Donald Trump sieht darin offenbar kein Problem - andere Länder seien auch nicht besser.

Nordkoreanischer Raketentest (Archivbild): "Darüber haben wir nicht gesprochen"
Ahn Young-joon/ AP

Nordkoreanischer Raketentest (Archivbild): "Darüber haben wir nicht gesprochen"


Nordkorea erhöht im Dauerstreit um sein Atomprogramm die Schlagzahl und hat zum dritten Mal in kurzer Zeit Raketen zu Testzwecken abgeschossen. "Wir verfolgen die Lage, sollte es weitere Abschüsse geben, und bleiben in Bereitschaft", hieß es aus dem südkoreanischen Generalstab in Seoul, wie die Agentur Yonhap berichtete.

In der Vorwoche hatte Nordkorea Raketen abgefeuert und dies als Reaktion auf Militärübungen Südkoreas bezeichnet. Zwei weitere Raketen am Mittwoch wurden von Pjöngjang als Test eines neuen Raketenstartsystems dargestellt, das nach Angaben der Staatsagentur KCNA eine Schlüsselrolle für militärische Bodenoperationen einnehmen soll.

Während Südkorea und auch Japan mit Sorge auf das Verhalten des Regimes von Diktator Kim Jong Un reagieren, klingt das in Washington ein wenig anders. US-Präsident Donald Trump will kein Fehlverhalten des weitgehend isolierten Landes festgestellt haben. "Ich denke, das ist alles unter Kontrolle, alles unter Kontrolle", sagte er am Donnerstag. Test von Kurzstreckenraketen seien "ganz normal".

Die Frage, ob er trotz der neuen Provokationen noch mit Machthaber Kim verhandeln könne, beantwortete der Präsident im Wortlaut so: "Aber sicher, sicher. Schließlich sind das Kurzstreckenraketen. Darüber haben wir nie geredet. Wir haben über Atom geredet. Worüber wir gesprochen haben, war Atom. Das sind Kurzstreckenraketen. Und viele andere Länder testen diese Art von Raketen auch."

Die Taktung der Tests ist laut Beobachtern kein Zufall

Nordkorea-Experten sind hingegen der Ansicht, dass die Raketentests vor allem eine Botschaft an die USA richten. "Die Provokationen sind sorgfältig kalibriert. Nordkorea wird weiter eskalieren, solange die USA bei den Denuklearisierungsverhandlungen nicht ihre Position verändern", sagt Go Myong-hyun vom Seouler Thinktank Asan Institute.

Uno-Resolutionen verbieten Nordkorea - das mehrfach Atomwaffen getestet hat - die Starts von ballistischen Raketen kurzer, mittlerer und langer Reichweite. Solche Raketen sind in aller Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können.

jok/dpa/Reuters



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