Behauptung von Trumps Sprecherin Böse Botschaften im Weißen Haus? Obama-Team weist Vorwürfe zurück

"Ihr werdet scheitern" - solche Nachrichten verteilten die Obama-Leute im Weißen Haus, bevor sie es dem Nachfolger übergaben. Das erzählt zumindest die Trump-Sprecherin. Die Reaktion ist deutlich.

Donald Trump (l.), Barack Obama (am 10. November 2016): In diesem Leben keine Freunde mehr
DPA

Donald Trump (l.), Barack Obama (am 10. November 2016): In diesem Leben keine Freunde mehr


Hat das Team des früheren US-Präsidenten Barack Obama im Weißen Haus boshafte Botschaften für Amtsnachfolger Donald Trump hinterlassen? Das hat Trumps Sprecherin Stephanie Grisham nun behauptet - und damit nicht nur ein entschiedenes Dementi aus dem Obama-Lager, sondern auch spöttische Reaktionen im Internet provoziert.

Die CNN-Journalistin Abby Philipp zitierte Grisham am Dienstag mit den Worten, als das Trump-Team ins Weiße Haus eingezogen sei, habe es in "jedem Büro" Bücher von Obama vorgefunden, außerdem Zettel mit Botschaften wie "Ihr werdet scheitern" oder "Ihr werdet es nicht schaffen".

Der Anwalt der Obama-Regierung, Daniel Jacobson, reagierte prompt: "Das ist eine komplette und totale Lüge", schrieb er bei Twitter. Das Gegenteil sei wahr: Das Team des Demokraten habe Bücher mit Briefings hinterlassen, um bei der Übergabe der Amtsgeschäfte an den Republikaner so hilfreich wie möglich zu sein.

Jon Wolfsthal, der unter Obama im Nationalen Sicherheitsrat arbeitete, sprach von einer "ungeheuerlichen Lüge" Grishams. Die "schamlose" Trump-Sprecherin müsse gefeuert werden.

Dagegen reagierten viele Internetnutzer belustigt. Die Ankündigung "Ihr werdet scheitern" habe sich angesichts von Trumps Politik schließlich bewahrheitet.

Sprecherin will das nun alles nicht mehr so gemeint haben

Grisham selbst relativierte später ihre Beschwerde: "Ich weiß nicht, warum alle so sensibel sind!", sagte die Trump-Sprecherin der Nachrichtenagentur AFP. Sie habe nicht sagen wollen, dass es in jedem Büro solche Botschaften gegeben habe. Sie habe nur über ein bestimmtes Pressebüro gesprochen.

Für sie selbst sei übrigens eine liebenswürdige Botschaft hinterlassen worden, fügte Grisham hinzu. Das Ganze sei damals wohl eine Art "Scherz" gewesen, wie er bei Stabswechseln im Weißen Haus üblich sei.

Tatsächlich scheinen derartige Gags in der Vergangenheit vorgekommen zu sein. Legenden ranken sich vor allem um das Team des früheren Präsidenten Bill Clinton. Seine Leute sollen einst im Weißen Haus aus allen Computertastaturen das "W" entfernt haben, bevor Nachfolger George W. Bush in die Machtzentrale einzog.

jok/AFP



insgesamt 77 Beiträge
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aysnvaust 20.11.2019
1. Erst einmal dreist lügen...
...und schauen, ob man damit durchkommt. Wenn dann zuviel Gegenwind kommt, zurückrudern (natülich mit dem Hinweis auf die "Übersensibilität" derer die es wagen, die Lügen klar als solche zu benennen ). Alles in der Gewissheit, dass bei den eigenen Gefolgsleuten schon genug von der Lüge hängenbleiben wird, um zu wirken....Warum nur kommt mir diese schäbige Strategie so bekannt vor...?
nite_fly 20.11.2019
2. Naja,
Das es das Trump-Team nicht so mit der Wahrheit hat, kennen wir ja bereits... Pressesprecher hat das Weiße Haus ja schon einige verschlissen und verbrannt, seitdem Trump die Zügel in der Hand hält. Aber nicht nur Pressesprecher... Das ist in dieser Regierung ja inzwischen 'business as usual': Da wird solange Unwahrheit nach Unwahrheit über Twitter rausgehauen, bis derjenige nicht mehr haltbar ist. Der Einzige der das darf ist der Häuptling selbst: Der kann da verzapfen was er will! Und wenn es noch so hanebüchen ist: Er wird dafür von seinen Anhängern sogar noch bejubelt...
Wolkenpumpe 20.11.2019
3. Lügen ist für und unter Trump
ein Qualitätsmerkmal. Man kann ohne Übertreibung feststellen, dass Trump und sein "Team" die schlechteste Regierung in der Geschichte Amerikas stellen.
Gerdd 20.11.2019
4. Die Obama-Bücher ...
... hätten sie mal lieber lesen sollen - und beherzigen. (Und wenn sie die Tastaturen hätten manipulieren wollen - ich hätte das "F" vorgeschlagen - No more "Fake News" und no more "America First" Wäre ja mal ein Anfang gewesen ... Eigentlich schade, daß auch diese Behauptung von Trumps Sprecherin nur wieder "Fake News" ist. Aber - was für feine Menschen im Team Obama unterwegs waren, das können sie sich im Team Trump überhaupt nicht vorstellen. Apropos Team Trump: Ich habe gehört, daß die Drehtür, die 2017 im Weißen Haus eingebaut wurde, um den häufigen Personalwechsel Rechnung zu tragen, wegen Überbelastung dringend erneuert werden muß ...
g.eliot 20.11.2019
5. Aus dem Tagebuch der Kammerzofe
Die aktuelle Pressesprecherin ist eine schreckliche Frau. Ich sage so etwas nicht leichtfertig. Im Vergleich zu ihr war Sarah Sanders eine charmante, freundliche, intelligente Frau, die sich wenigstens zu benehmen wusste. Stephanie Grisham, die Ex Kammerzofe von Melania -- zu mehr reicht es auch nicht.
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