Aussage in Ukraineaffäre US-Diplomat erhebt schwere Vorwürfe gegen Trumps Anwalt

"Kampagne voller Lügen": In den Ermittlungen zu einer möglichen Amtsenthebung Donald Trumps hat ein hochrangiger Diplomat ausgesagt - er wirft Rudolph Giuliani vor, massiv gegen die US-Botschafterin in Kiew vorgegangen zu sein.

Donald Trump und Rudolph Giuliani (Archivbild): Erhebliche Anschuldigungen gegen den Anwalt des Präsidenten
Drew ANGERER/ AFP

Donald Trump und Rudolph Giuliani (Archivbild): Erhebliche Anschuldigungen gegen den Anwalt des Präsidenten


Es ist die nächste Aussage in den Untersuchungen zu einem möglichen Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump - und es ist die nächste schlechte Nachricht für den US-Präsidenten. Diesmal war es der hochrangige US-Diplomat George Kent, der von dem Ausschuss befragt wurde, eine Mitschrift seiner Aussage wurde nun veröffentlicht. Darin erhebt Kent unter anderem Vorwürfe gegen Trumps persönlichen Anwalt Rudolph Giuliani.

Giuliani habe eine "Kampagne voller Lügen" gegen die US-Botschafterin in Kiew geführt, sagte Kent. Marie Yovanovitch war im Mai frühzeitig von ihrem Posten abgezogen worden. Und laut Kent war es Giuliani, der mittels einer "Schmierenkampagne" maßgeblich dazu beigetragen hatte. "Seine Behauptungen und Anschuldigungen gegen die ehemalige Botschafterin Yovanovitch waren unbegründet, falsch, Punkt." Monatelang soll Giuliani demnach Lügen und falsche Informationen über Yovanovitch verbreitet haben.

George Kent auf dem Weg zu der Anhörung: "Unbegründet, falsch, Punkt"
ALEX WONG/ AFP

George Kent auf dem Weg zu der Anhörung: "Unbegründet, falsch, Punkt"

Auch er selbst sei Ziel von Giulianis Attacken gewesen, sagte Kent. Ein hochrangiger Mitarbeiter des Außenministeriums habe ihm gesagt, er solle in Deckung gehen und sich ruhig verhalten. Zudem sagte Kent, Trump habe von dem ukrainischen Präsidenten drei Wörter hören wollen: Ermittlungen, Biden und Clinton.

Bei den Untersuchungen gegen Trump geht es um sein Verhalten in der sogenannten Ukraineaffäre: Die Demokraten im Repräsentantenhaus werfen ihm vor, die Macht seines Amtes missbraucht zu haben, um die ukrainische Regierung dazu zu bringen, sich zu seinen Gunsten in den US-Wahlkampf einzumischen. Im Zuge dieser Untersuchungen sind bereits mehrere Personen befragt worden. In den vergangenen Tagen wurden unter anderem Mitschriften von den Aussagen Yovanovitchs und des US-Botschafters bei der EU veröffentlicht.

Yovanovitch sagte unter anderem aus, sie habe sich durch Trumps Aussagen über sie in einem Telefonat mit dem ukrainischen Staatschef bedroht gefühlt. Auch schilderte sie, wie Giuliani und andere eine Kampagne betrieben, um ihre Ablösung zu erreichen und ihren Ruf zu zerstören.

aar/Reuters

insgesamt 123 Beiträge
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bauigel 08.11.2019
1. Und wieder
Und wieder werden die Trumpisten behaupten, dass es völlig in Ordnung sei, dass Trump dazu aufgefordert hat die angeblichen Straftaten (zu denen es überhaupt keine Beweise gibt und die bereits umfangreich untersucht wurden) von Biden usw. zu untersuchen. Welche Doppelmoral hier an den Tag gelegt wird zeigt sich auch daran, dass Trump hier eine ausländische Regierung sogar auffordert gegen eigene Staatsbürger zu ermitteln (obwohl es bisher überhaupt keine Beweise gibt), aber auf der anderen Seite verbitten sich die USA jegliche Ermittlungen oder Verfahren gegen US-Soldaten im Ausland, selbst wenn sie Kriegsverbrechen begangen haben. Aber das kann mit ein Fanboy bestimmt erklären.
Der Entsetzte 08.11.2019
2. Mafia
BeMittlerweile kann ich das Gerede über das Fehlverhalten nicht mehr hören. Der Kollege ist doch nur eine Galionsfigur. Zugegebenermaßen eine debile. Aber es wird gewählt und unterstützt von einer dumpfen Masse. Sein innerer Zirkel hat die Mentalität eines Mafiaclans. Die Europäer sollten die Realität akzeptieren und sich schleunigst aus dieser Umklammerung lösen.
wiseman21 08.11.2019
3. Der nächste Stein fällt
Das Gesamtbild verdichtet sich immer mehr. Von unterschiedlichsten Personen werden die Angaben des Whistleblower bestätigt. Dabei wird immer wieder ein und der selbe Sachverhalt aus unterschiedlichen Blickwinkeln dargestellt: Durch das Zurückhalten staatlicher Gelder sollte die Ukraine dazu gebracht werden, Schmutz gegen Joe Biden zu verbreiten. Und wer dabei nicht mitmachen wollte, wurde von Guillani geschasst. Jetzt Mal eine ernsthafte Frage An all die Trumpistas im Forum an all die Freys, Revisoren und wie sie alle heißen: Ist das die Politik und Gesellschaft die Ihr Euch wünscht? Sollten wir so mit Menschen verfahren, deren Meinung wir nicht teilen? Lügen über sie verbreiten, sie in den Dreck ziehen und ihre Karriere zerstören? Ganz so wie Trump dies vormacht? Wenn ja, wie sollen wir geschätzten 80% der Bevölkerung dann mit Euch umgehen wenn wir Euch am Arbeitsplatz, beim Elternabend in der Schule oder in unserer Siedlung treffen? Sollten wir Euch beispielsweise auch solange mobben bis ihr Euren Arbeitsplatz verloren habt? Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Deshalb nochmals wirklich ernsthaft gefragt und mit der bitte um Erklärung. Warum bezeichnet ihr so ein Verhalten als lächerlich und nehmt Trump immer noch in Schutz? Wo ist für Euch die Grenze des Erlaubten?
Mondmann 08.11.2019
4. Na, was will man denn anderes erwarten ?
Natuerlich haben die Clintons und Obamas zu ihrer Zeit,ihre Leute in die lukrativen Positionen im Aussendienst gebracht. Dass die nun benutzt werden, Dreck zu schmeissen ist doch zu erwarten. Da duerfen sie luegen, soviel sie wollen und raechen sich dafuer, dass sie wegen Unfaehigkeit aus dem Amt entfernt werden. An Trump perlt das ab, wie das Wasser vom Federkleid der Ente. Das was da abgeht nennt man Politik in einer Demokratie. Da schmeisst man Dreck mit dem Ziel, selber an den Trog zu kommen. So ist es !
sven2016 08.11.2019
5. Vermutlich sollte Giuliani zuerst
aus dem Verkehr gezogen werden. Je weniger Politschläger Trump zur Verfügung stehen umso unbeholfener wird er agieren. Cohen weg, Stone weg, ... bleiben nur noch Typen wie Steven Miller und William Barr.
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