Von New York nach Florida Die Trumps verlegen ihren Wohnsitz

Ihm sei in New York übel mitgespielt worden, behauptet der US-Präsident. Daher zieht die Familie Trump nun offiziell nach Florida. Die Reaktion aus seiner Geburtsstadt: "Den könnt ihr haben."

Donald Trump in Mar-a-Lago (Archivbild): Mehr Golf, geringere Steuern
Nicholas Kamm/ AFP

Donald Trump in Mar-a-Lago (Archivbild): Mehr Golf, geringere Steuern


Die Zahlen sprechen für sich: 99 Tage hat Donald Trump seit seinem Amtsantritt im Anwesen Mar-a-Lago in Florida verbracht, so der US-Sender NBC. Im Trump Tower in New York City dagegen nur 20 Tage. Nun geht der US-Präsident den nächsten Schritt und verlegt seinen Erstwohnsitz nach Florida.

Zuerst hatte die "New York Times" über den Vorgang berichtet und Teile von entsprechenden Dokumenten veröffentlicht, die Trump und auch seine Gattin Melania ausgefüllt haben. Zukünftig soll Mar-a-Lago in der Stadt Palm Beach der Erstwohnsitz der Trumps werden. Die Dokumente sind auf Ende September datiert. Unter "andere Wohnstätten" ist dort unter anderem 1600 Pennsylvania Avenue in Washington D.C. angegeben - die Adresse des Weißen Hauses.

Später bestätigte Trump auf Twitter die Meldung der Zeitung. Obwohl New York immer einen "besonderen Platz" in seinem Herzen haben werde, kehre er der Stadt und dem Bundesstaat den Rücken. "Obwohl ich jedes Jahr Millionen an Steuern bezahlt habe, wurde ich von den politischen Führern dort so schlecht behandelt wie kaum jemand vor mir."

Aus Kreisen des Weiße Hauses verlautete später, der Vorgang habe vor allem steuerliche Gründe. Unklar ist noch, ob Trump seine Wohnung im Trump Tower behalten wird. Wenn er eine bestimmte Zeit im Jahr dort verbringt, muss er in New York bundesstaatliche Einkommenssteuer zahlen.

Kühler Abschied aus NYC

In Florida dürften die steuerlichen Verpflichtungen der Trumps niedriger ausfallen, so die "New York Times". Dass Trump aus seinen Steuererklärungen praktisch ein Staatsgeheimnis macht, sei dahingestellt.

In New York scheint sich der Verdruss über den Abgang des Präsidenten im Rahmen zu halten. Seine Besuche hatten das Verkehrschaos in Manhattan regelmäßig noch verschlimmert, ohnehin gilt New York City als mehrheitlich demokratisch geprägt.

Deutlich wurde dann auch der Gouverneur von New York, Andrew M. Cuomo, ein Demokrat: "Na dann tschüss! Es ist nicht so, dass Mr. Trump hier Steuern bezahlt hätte. Den könnt ihr haben, Florida."

jok/Reuters

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insgesamt 35 Beiträge
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Seite 1
GustavWehner 01.11.2019
1. Augenwischerei
Trump will seine Steuerklärungen nicht offen legen. Jetzt zieht er nach Florida und damit auch seine Steuerunterlagen. Da dauert die erstrittene Herausgabe noch erhebliche Zeit. Neue Prozesse kann man auch wieder führen. Nicht die geringeren Steuern in Florida sind das Ziel. Die Vernebelung der Steuerunterlagen in New York sind wohl das Ziel.
wpfaff 01.11.2019
2. Tschüss
Da passt dieser aufgeblasene kriminelle Lügner auch viel besser hin. Florida ist ein Bundesstaat wo, speziell in mehr ländlichen Gebieten, dieser möchtegern Diktator eine Zustimmungsquote von 70 und mehr Prozenten hat. Ich habe in den letzten Jahren dort viel Zeit verbracht und war jedesmal entsetzt wie unreflektiert diese Lemminge ihrem verlogenen Führer folgen und werde deshalb diesen Bundesstaat, so schön wie er auch im kalten, grauen deutschen Winter erscheinen mag, in Zukunft meiden.
rainer.d.arnold 01.11.2019
3. Wer will den schon haben?
Das eher liberale New York macht wahrscheinlich drei Kreuze, daß es Trump los ist, aber ob sich Florida, vor allem Palm Spring darüber freut? Trump ist nun einmal kein positives Aushängeschild für irgendwas, sondern der Inbegriff eines primitiven, vulgären vollkommen unkultivierten Menschen mit begrenzten intellektuellen Fähigkeiten. Kein "billig und gerecht" empfindender Bürger will so einen Menschen in seiner Nähe wissen, nur gleich geartete Gesinnungsgenossen geben sich mit so einem ab oder freuen sich auf ihn. Arme USA.
Sleeper_in_Metropolis 01.11.2019
4.
Zitat von rainer.d.arnoldDas eher liberale New York macht wahrscheinlich drei Kreuze, daß es Trump los ist, aber ob sich Florida, vor allem Palm Spring darüber freut? Trump ist nun einmal kein positives Aushängeschild für irgendwas, sondern der Inbegriff eines primitiven, vulgären vollkommen unkultivierten Menschen mit begrenzten intellektuellen Fähigkeiten. Kein "billig und gerecht" empfindender Bürger will so einen Menschen in seiner Nähe wissen, nur gleich geartete Gesinnungsgenossen geben sich mit so einem ab oder freuen sich auf ihn. Arme USA.
Naja, Trump dürfte im konservativen Süden auf jeden Fall deutlich mehr Anhänger haben als in New York.
Silversurfer2000 01.11.2019
5. @SPON: Ihr habt die Ironie gar nicht mitbekommen
Trump hat die Steuergesetzgebung selbst geändert. Die - insbesondere in den Staaten NY und Kalifornien sehr hohen lokalen Steuern - dürfen von den Bundessteuern nicht mehr abgesetzt werden. Daher ist Trump nur einer von vielen, die gerade von New York aus fliehen und nach Florida, Texas, etc. umziehen. Trump wollte damit auch seine Wählerschaft, die in "fly-over-country" wohnen, schonen und die bevölkerungsreichen Staaten an der West- und Ostküste, die immer demokratisch wählen, treffen. Daher kann auch sein Sprecher locker sagen, dass er aus steuerlichen Gründen aus NY wegzieht - seine Wählerschaft freut es und ist schadenfroh über die sonst auf sie herunter schauenden Ost- und Westküstler.
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