Hurrikan "Dorian" Trump warnt Amerikaner vor "Monster"-Sturm

Der US-Präsident neigt zu Superlativen - auch wenn es um drohende Naturkatastrophen geht: Der nahende Hurrikan "Dorian" könnte die Südküste der USA als, in Donald Trumps Worten, "absolutes Monster" treffen.

Nasa via/ AP

Per Twitter-Text hatte Donald Trump schon vor Hurrikan "Dorian" gewarnt - nun legt er per Videobotschaft nach. Der US-Präsident wandte sich mit eindringlichen Worten an die Bewohner der Südostküste der USA. Die Vorhersagen deuteten auf einen "Monster"-Sturm hin, erklärte Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) in dem Clip.

"Alles deutet darauf hin, dass er sehr hart zuschlagen wird und dass es sehr groß wird", sagte Trump über den Hurrikan, der ab Sonntag oder Montag als Sturm der Stärke vier von fünf auf die US-Küste treffen könnte.

"Es sieht so aus, als wenn es ein absolutes Monster sein könnte", sagte Trump. Es gebe Befürchtungen, dass der Wirbelsturm genauso folgenreich werden könnte wie einst Hurrikan "Andrew" - oder gar noch schlimmer. Als "Andrew" 1992 als Sturm der Kategorie fünf auf die Ostküste Floridas traf, kamen Dutzende Menschen ums Leben. Die Schäden in verschiedenen Bundesstaaten beliefen sich damals auf rund 43 Milliarden Dollar.

Trump appellierte an die Menschen in den Küstenstaaten, sich auf den Sturm vorzubereiten. "Seien sie wachsam, bleiben sie sicher - und Gott schütze sie." Die Regierung habe die besten Experten mobilisiert und schicke Nahrungsmittel und Wasser in das Gebiet. Auch Evakuierungen seien nicht ausgeschlossen. "Dorian" befand sich am Donnerstag noch über dem westlichen Atlantik, und es war noch unklar, wo genau der Hurrikan auf das Festland treffen würde.

Wegen des Hurrikans sagte Trump auch eine seit Langem geplante Reise nach Polen ab, wo er ab Sonntag an den Gedenkveranstaltungen zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs teilnehmen sollte.

Auch Georgia ruft teilweise Notstand aus - Puerto Rico bleibt verschont

Nach Florida ist auch für Teile des US-Bundesstaats Georgia wegen des nahenden Sturms der Notstand ausgerufen worden. Gouverneur Brian Kemp erklärte am Donnerstag, der Wirbelsturm könne "katastrophale" Auswirkungen haben.

Das US-Hurrikanzentrum hatte "Dorian" am Mittwoch als Hurrikan der niedrigsten Stufe eins eingestuft. Derzeit gewinnt der Sturm über den warmen Gewässern der Karibik aber an Stärke. Der Leiter des Hurrikanzentrums, Ken Graham, sagte am Donnerstag, nach jetzigem Stand sei zu erwarten, dass sich der Sturm bis zur Ankunft an der US-Küste zu einem Hurrikan der Stärke vier entwickeln könnte. Ein solcher Sturm wird meist von heftigen Regenfällen und Windböen von mehr als 200 Kilometern pro Stunde begleitet.

Der Inselstaat Puerto Rico blieb - anders als ursprünglich befürchtet - weitgehend verschont. "Dorian" traf nicht direkt auf das karibische US-Außengebiet, sondern zog weiter östlich nahe an den Jungferninseln vorbei. Größere Schäden wurden in Puerto Rico nicht gemeldet. Entgegen einer vorherigen Anordnung sollten die Schulen am Donnerstag öffnen und öffentliche Bedienstete zur Arbeit kommen, sagte Gouverneurin Wanda Vázquez.

jok/dpa



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