Russlandaffäre Trumps Wahlkampfteam bemühte sich um gestohlene Mails der Demokraten

US-Medien haben erfolgreich auf die Herausgabe von Dokumenten der Mueller-Ermittlungen geklagt. Diese belegen, dass Trumps Wahlkampfteam 2016 versuchte E-Mails zu bekommen, die Hillary Clinton schaden sollten.

Neue Veröffentlichungen belasten Trumps Wahlkampfteam von 2016
Yuri Gripas/REUTERS

Neue Veröffentlichungen belasten Trumps Wahlkampfteam von 2016


Vom US-Justizministerium herausgegebene Ermittlungsdokumente offenbaren neue Einblicke in die Russland-Ermittlungen von Robert Mueller. Demnach haben Donald Trump und sein Wahlkampfteam sich 2016 um E-Mails der Demokraten im Besitz von Wikileaks bemüht, um seiner Rivalin Hillary Clinton zu schaden. Das berichteten der Sender CNN und die Nachrichtenseite "BuzzFeed News" unter Berufung auf knapp 300 Seiten Unterlagen, die sich auf Robert Muellers Ermittlungen beziehen. Die Medienhäuser hatten erfolgreich auf Herausgabe der Dokumente geklagt.

"BuzzFeed News" veröffentlichte die erklagten Dokumente auf seiner Website. Sie seien "stark editiert", seien aber trotzdem voller neuer Details, schrieb "BuzzFeed News"-Reporter Jason Leopold auf Twitter.

In der ersten Tranche der Dokumente wird Trumps stellvertretender Wahlkampfleiter Rick Gates dahingehend zitiert, dass Trump, sein Sohn, Schwiegersohn und mehrere Führungsleute auf eine Herausgabe der E-Mails hofften. Der außenpolitische Berater Michael Flynn - der später für kurze Zeit Präsident Trumps erster nationaler Sicherheitsberater wurde - hätte seine Kontakte im Geheimdienstmilieu nutzen sollen, um die E-Mails zu bekommen, wie Gates weiter zitiert wurde. Flynn habe auch die besten Russland-Kontakte gehabt, schrieben die Ermittler in dem Bericht.

Die Tausenden E-Mails von einem Server der Demokraten waren von Russland gestohlen worden, wie US-Geheimdienste später bestätigten. Die Wikileaks-Veröffentlichung der E-Mails, die unter anderem die internen Machtkämpfe der Demokraten an den Tag legten, schadete Clinton in den Monaten vor der Präsidentschaftswahl im November 2016.

Mueller hatte etwa zwei Jahre lang untersucht, ob Trumps Team Absprachen mit Vertretern Russlands getroffen hatte. Auch ging es darum, ob Trump später, als er schon US-Präsident war, die Ermittlungen der Justiz dazu behinderte. Ende März schloss Mueller seine Arbeit ab. Sein Abschlussbericht wurde bislang nur in Teilen geschwärzt veröffentlicht. Mueller fand keine ausreichenden Beweise für Geheimabsprachen des Trump-Teams mit Vertretern Russlands. Hintergrund der Ermittlungen war die mutmaßliche Einmischung Moskaus in den US-Wahlkampf 2016.

yer/dpa

insgesamt 147 Beiträge
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ad2 03.11.2019
1. deep state - made by Trump
Das muss dann wohl der vielzitierte "deep state" sein, über den die rechtsextremen Nationalisten in den USA ihre Verschwörungstheorien ranken. Allerdings hier von Trump selbst ins Leben gerufen...
anonlegion 03.11.2019
2. Aufarbeitung der Amtszeit wird spannend
Wenn eines Tages die Amtszeit des Herrn Trump aufgearbeitet ist, aus 5-Zeilern zu Verdachtsmomenten bzgl. Börsengewinnen im Kontext zu Trumps Tweets zu politischen Entscheidungen wirkliche Ermittlungen wurden, wenn Gewinne des Trumpschen Unternehmenskonglomerates im Kontext seiner Energieförderung, Bauwirtschaft und Waffenindustrie offenbar werden, gewürzt mit solch hier im Artikel beschriebenen Widerwärtigkeiten, dann freue ich mich auf die Festnahme und Demontage dieses gemeingefährlichen Demagogen.
Listkaefer 03.11.2019
3. Trumps dreckige Wahlkampfführungen ...
... sollten mehrmals für ein Impeachment reichen. Derartige Niedertracht an der Spitze der Politik dieses grossen Landes ist unerträglich.
kuac 03.11.2019
4.
Zitat von anonlegionWenn eines Tages die Amtszeit des Herrn Trump aufgearbeitet ist, aus 5-Zeilern zu Verdachtsmomenten bzgl. Börsengewinnen im Kontext zu Trumps Tweets zu politischen Entscheidungen wirkliche Ermittlungen wurden, wenn Gewinne des Trumpschen Unternehmenskonglomerates im Kontext seiner Energieförderung, Bauwirtschaft und Waffenindustrie offenbar werden, gewürzt mit solch hier im Artikel beschriebenen Widerwärtigkeiten, dann freue ich mich auf die Festnahme und Demontage dieses gemeingefährlichen Demagogen.
Festnahme? Dann würden seine Anhänger zum Bürgerkrieg aufrufen! Eine Twitterbotschaft des Gurus würde reichen. Eine Horrorvision.
bauigel 03.11.2019
5. SPON - Glückwunsch
Grundsätzlich bin ich für eine freie Meinungsäußerung. Wenn allerdings - wie regelmäßig von den Trump-Fans durchgeführt - bewusst gelogen wird ist dies keine Meinung mehr sondern bewusstes Verbreiten von Falschinformationen. Da nun eine dieser entsprechenden Kommentare entfernt wurde beglückwünsche ich SPON hierfür. Alle Medien habe viel zu lange diese Hetze und Lügen akzeptiert. Twitter geht ebenfalls diesen Weg. Nur bei FB ist das Geld wichtiger.
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