Truppenabzug Kerry sieht Amerikas Sicherheit in Gefahr

Die Truppenabzugspläne von US-Präsident Bush stoßen bei den Demokraten auf scharfe Kritik. Nach Ansicht von seinem Herausforderer John Kerry untergraben sie die Beziehungen zu den Verbündeten und gefährden die Sicherheit der USA.


John Kerry hält nichts von Bushs Plänen zur Neuordnung der Streitkräfte
AP

John Kerry hält nichts von Bushs Plänen zur Neuordnung der Streitkräfte

Cincinnati - Der Schritt sei insbesondere mit Blick auf den Kampf gegen den Terrorismus gefährlich, verlautete aus Kerrys Umgebung. In einer Rede vor Kriegsveteranen in Cincinnati im Staat Ohio wollte Kerry die Pläne heute öffentlich kritisieren.

Darüber hinaus würden die Truppen in einer Zeit reduziert, in der die USA in weltweit 60 Ländern gegen das Terrornetzwerk al-Qaida kämpften. Kerry wollte sich bei seinem Auftritt vor dem Veteranenverband erstmals zu George W. Bushs Plänen äußern. Mitarbeiter seines Wahlkampfteams haben aber bereits zuvor kritisch Stellung genommen. Der frühere General und Nato-Oberbefehlshaber Wesley Clark sagte, der Schritt werde die nationale Sicherheit der USA in bedeutender Weise untergraben.

Der frühere Uno-Botschafter Richard Holbrooke beschuldigte Bush, das Thema zu politischen Zwecken zu missbrauchen und von der Belastung der US-Armee durch den langen Einsatz im Irak ablenken zu wollen.

Bush hatte am Montag in einer Rede vor Kriegsveteranen die Verlegung von 60.000 bis 70.000 US-Soldaten in Europa und Asien angekündigt. Betroffen sind nach Angaben von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld vom Sonntag auch Standorte in Deutschland. Bush erklärte, nach dem Ende des Kalten Kriegs müssten sich die USA auf eine neue Bedrohungslage einstellen.



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