Truppenaufstockung Obama schickt weitere 4000 Militärausbilder

US-Präsident Barack Obama wird im Laufe dieses Jahres 4000 zusätzliche Soldaten nach Afghanistan entsenden. Ihr Auftrag: Ausbildung der dortigen Sicherheitskräfte. Sie sind Teil der bereits angekündigten Truppenaufstockung auf über 50.000 US-Armeeangehörige.


Washington - Wie Regierungsmitarbeiter in Washington am Donnerstag mitteilten, soll die Entsendung "später in diesem Jahr" erfolgen. 4000 weitere Soldaten will US-Präsident Barack Obama zur Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte in das Land am Hindukusch schicken. Die Ankündigung folgt der im Februar bekannt gegebenen Entscheidung, die 38.000 in Afghanistan stationierten US-Soldaten um weitere 17.000 zu verstärken.

US-Truppentransport: Weitere 4000 Militärausbilder werden entsandt
AFP

US-Truppentransport: Weitere 4000 Militärausbilder werden entsandt

Obama will am Freitag, eine Woche vor dem Nato-Gipfel in Straßburg und Kehl, seine neue Afghanistan-Strategie verkünden. Obama werde nach zahlreichen Gesprächen mit Senatoren und Abgeordneten sowie Führern anderer Staaten die "umfassende" neue Politik gegenüber Afghanistan und Pakistan präsentieren, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs, am Donnerstag in Washington. Er verwies auf die Bedeutung der Stabilisierung dieses "sehr gefährlichen Teils der Welt".

Die Nato müsse in Afghanistan stärker werden und ihre Kräfte besser koordinieren, hatte Obama am Mittwoch nach einem Treffen mit dem scheidenden Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer betont. Dieser räumte ein, dass "viele Dinge nicht gut laufen" in Afghanistan. Die neue US-Strategie sei für die Nato deshalb sehr wichtig. Führende US-Militärs warnen seit Monaten vor einem weiteren Erstarken der Taliban. Sieben Jahre nach der US-Invasion sei es den Taliban weitgehend gelungen, sich zu reorganisieren.

Die USA benötigen nach den Worten Obamas "eine umfassendere, eine klarer fokussierte, eine diszipliniertere Strategie", so der Präsident am Dienstag. "Es ist wichtig für uns, dass wir in der Offensive bleiben und diese Terrororganisationen zerschlagen, wo immer sie sich befinden". Obama will vor allem unterbinden, dass die Taliban sowie Al-Qaida- Terroristen die pakistanisch-afghanische Grenzregion weiter als Rückzugsgebiet nutzen. Allerdings hatte Obama kürzlich auch für eine Annäherung an "moderate" Taliban plädiert.

Die Befriedung Afghanistans sieht Obama als zentralen Bestandteil seiner Außenpolitik. Die Überarbeitung der Strategie hatte er unmittelbar nach seinem Amtsantritt im Januar angekündigt.

fsc/AFP/dpa



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