Fotostrecke

"Arschloch", "Pisser", "Hodentöter": Wie Politiker miteinander umgehen

Foto: AP/goe/stf/Dieter Endlicher

Tschechischer Finanzminister "Ich polier dir die Fresse"

In der Politik geht es manchmal ruppig zu. Doch so deutlich wie der tschechische Finanzminister wird kaum einer: Miroslav Kalousek soll einen Abgeordneten am Telefon als "Idiot" und "Pisser" beschimpft und ihn bedroht haben.

Prag/Bratislava - Wenn es eng wird, verlieren Politiker schon mal die Nerven. Dann rutscht sogar dem deutschen Kanzleramtschef Ronald Pofalla die ein oder andere Beleidigung raus. "Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen", soll der CDU-Mann einst seinen Parteikollegen Wolfgang Bosbach beschimpft haben. Und CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt bezeichnete Wolfgang Kubicki vom Koalitionspartner FDP als "Quartalsspinner".

Verglichen mit dem, was sich nun der tschechische Finanzminister Miroslav Kalousek geleistet haben soll, sind diese Ausfälle geradezu harmlos - auch wenn die Vokabeln ähnlich klingen: "Ich polier dir die Fresse!", soll Kalousek dem Abgeordneten Petr Skokan gedroht haben, berichten mehrere tschechische Zeitungen, die aus einem aufgezeichneten Telefonat zitieren. Zudem habe der Minister Skokan als "Idiot", "Pisser" und "Dummkopf" beschimpft.

Der Grund für die Entgleisungen: Kalousek soll Skokan verdächtigen, im Vorjahr den Medien ein Video zugespielt zu haben. Dieses zeigt, wie Kalousek einen Jugendlichen ohrfeigt, weil ihn dieser in Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen beschimpft hatte.

Die Methode der Drohanrufe scheint Kalousek nicht fremd zu sein. Schon am Donnerstag war er von Polizeichef Petr Lessy scharf kritisiert worden. Mit einschüchternden Telefonaten soll Kalousek versucht haben, polizeiliche Ermittlungen wegen Korruptionsverdachts gegen die Parteifreundin und Ex-Verteidigungsministerin Vlasta Parkanová zu stoppen.

Die sozialdemokratische Opposition verlangt seit Tagen den Rücktritt Kalouseks. Für kommende Woche hat sie einen Misstrauensantrag gegen die komplette Mitte-Rechts-Regierung angekündigt, sollte Kalousek nicht zurücktreten.

stk/dpa
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.