Tschetschenien
Rebellenführer Bassajew bekennt sich zu Anschlag auf Präsidenten
Eine Woche nach dem tödlichen Anschlag auf den tschetschenischen Präsidenten Kadyrow hat sich Rebellenführer Bassajew zu dem Attentat bekannt. Zugleich kündigte er weitere Morde an Spitzenpolitikern an.
Moskau - Schamil Bassajew teilte mit, tschetschenische Rebellen planten einen Anschlag auf den russischen Ministerpräsidenten Michail Fradkow. In einer Erklärung, die im Internet veröffentlicht wurde, teilte Bassajew mit, er habe die Tötung des pro-russischen Präsidenten Achmed Kadyrow nach dem Urteil eines islamischen Gerichts angeordnet. "Durch die Güte Allahs hat das tschetschenische Volk am 9. Mai einen zweifachen Feiertag begangen - den anlässlich des Sieges über den Faschismus und den anlässlich eines kleinen, aber wichtigen Sieges über Russland", hieß es darin.
Bassajew wird für mehrere Anschläge in den vergangenen Jahren auf russische Ziele verantwortlich gemacht. Gemäßigte Rebellen distanzierten sich derweil von dem
Anschlag. Kadyrow war bei einer Bombenexplosion bei Feierlichkeiten zum Sieg über Hitler im Stadion von Grosny getötet worden.
Der tödliche Anschlag hat die Pläne des russischen Präsidenten Wladimir Putin zurückgeworfen, der die Unabhängigkeitsbestrebungen in der überwiegend von Muslimen bewohnten Kaukasus-Republik ersticken will. Putin beriet mit seinen Ministern über Möglichkeiten, die Tschetschenen für sich zu gewinnen, indem die kriegsgeschüttelte Republik wiederaufgebaut werden soll. Allerdings werde dafür mehr Geld benötigt, sagte Wirtschaftsminister German Gref. "Wenn wir die Wirtschaft der Republik wirklich wieder aufbauen wollen, dann müssen wir unsere Ausgaben ernsthaft erhöhen."
Bei erneuten Kämpfen zwischen Rebellen und russischen Truppen wurden nach Angaben aus Kreisen des tschetschenischen Innenministeriums zwei Soldaten getötet und drei verletzt.
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