Tsunami-Katastrophe Fischer bedankt sich in Bangkok - und verspricht Hilfe

Nach seinen amerikanischen und britischen Amtskollegen und Uno-Generalsekretär Kofi Annan ist heute auch Außenminister Joschka Fischer in der Krisenregion Südostasiens eingetroffen. Er will sich vor Ort ein Bild von der Lage nach der Katastrophe vom zweiten Weihnachtsfeiertag machen.

Aus Bangkok berichtet


Politiker Fischer,Thaksin: Hilfe für die Flutregionen zugesagt
DPA

Politiker Fischer,Thaksin: Hilfe für die Flutregionen zugesagt

Bangkok - Erste Station ist die thailändische Hauptstadt Bangkok, in der er kurz nach seiner Ankunft mit Premierminister Thaksin Shinawatra und Außenminister Surakiart Sathirathai konferierte.

"Wir schätzen sehr hoch, was die Thailänder für unsere Landsleute getan haben, obwohl sie selbst schrecklich gelitten haben", erklärte Fischer vor Journalisten im Bangkoker Außenministerium. "Dafür sind wir sehr dankbar."

Die Bundesregierung sei bereit, beim "Wiederaufbau der zerstörten Küste" Thailands zu helfen, kündigte Fischer an. Gedacht ist an den Aufbau von kleinen Schulen und Krankenhäusern. Er erwähnte zudem die Möglichkeit, sich am Aufbau eines Tsunami-Frühwarnsystems zu beteiligen. Der deutsche Außenamtschef: "Wir sind bereit, unsere Zusammenarbeit zu intensivieren." Unklar blieb, ob diese Hilfen in der bereits versprochenen finanziellen Unterstützung enthalten sind.

Thailands Außenminister Surakiart sprach Fischer seinerseits sein "tiefes Beileid" für den Tod vieler deutscher Touristen aus. Bangkok werde das "Beste tun, um den betroffenen ausländischen Touristen zu helfen", erklärte er. Rund 1000 Deutsche sind, so der letzte Stand, nach Informationen deutscher Diplomaten in Thailand in den Fluten umgekommen oder werden noch vermisst.

Fischer reist am Sonntag noch in den südlichen Ferienort Phuket weiter, um sich vor Ort über die Lage zu informieren. Dort nimmt er an einer katholischen Messe teil, wird sich mit Helfern treffen und das Krisenzentrum im Rathaus von Phuket besuchen. Außerdem ist ein Abstecher mit dem Hubschrauber in das Urlaubszentrum Khao Lak nördlich von Phuket geplant, wo besonders viele Urlauber ums Leben kamen.

Nächste Stationen Fischers sind Indonesien, Sri Lanka und die Malediven.



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