Nach Putschversuch Türkei verurteilt frühere Spitzenmilitärs zu lebenslanger Haft

Einer der größten Prozesse im Zusammenhang mit dem gescheiterten Putsch in der Türkei geht zu Ende. Mehr als 150 Personen sind zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Panzer in den Straßen Ankaras: Im Juli 2016 scheiterte der Putsch in der Türkei
AP

Panzer in den Straßen Ankaras: Im Juli 2016 scheiterte der Putsch in der Türkei


Ein türkisches Gericht hat am Donnerstag in einem der größten Prozesse im Zusammenhang mit dem Putschversuch vor drei Jahren insgesamt 151 Angeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt. Gegen 128 Angeklagte seien lebenslängliche Strafen mit verschärften Haftbedingungen verhängt worden, berichtete die Nachrichtenagentur DHA am Nachmittag. Weitere 23 Angeklagte wurden demnach zu lebenslangen Strafen ohne verschärfte Haftbedingungen verurteilt.

Zu den Anklagepunkten zählten versuchter Umsturz der "verfassungsmäßigen Ordnung", Mord und Mordversuch. Unter den Verurteilten befanden sich der ehemalige Luftwaffenkommandeur Akin Öztürk sowie Mehmet Disli, der Bruder eines ehemaligen hohen Regierungspolitikers, und Ali Yazici, ein früherer Militäradjutant von Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Der Prozess hatte im Mai 2017 im größten Gerichtssaal des Landes in einem Gefängniskomplex außerhalb der Hauptstadt Ankara begonnen. Insgesamt wurde 224 Verdächtigen der Prozess gemacht, darunter rund 20 ehemalige Generäle. Weitere Urteile sollten im Laufe des Tages folgen.

Justizminister Abdülhamit Gül begrüßte die Urteile und lobte die "Beispielhaftigkeit" der türkischen Justiz. "Der Gerechtigkeit wurde Genüge getan", sagte er Journalisten in Ankara.

Bei dem Umsturzversuch im Juli 2016 waren der Regierung zufolge fast 250 Menschen ums Leben gekommen. Seitdem wurden fast 290 Gerichtsverfahren in Gang gesetzt, von denen laut Justizministerium bisher 261 zu 3239 Verurteilungen führten.

Die türkische Regierung macht die Gülen-Bewegung für den Putschversuch von Juli 2016 verantwortlich. Der islamische Prediger Fethullah Gülen lebt seit 1999 im US-Exil. Er bestreitet die Vorwürfe. Der Fall Gülens und zwölf weiterer abwesender Angeklagter wurde vom Richter vom restlichen Prozess abgekoppelt.

asc/dpa/AFP

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