Türkei Abgeordnete dürfen deutsche Soldaten in Konya besuchen

Die türkische Regierung hat Bundestagsabgeordneten einen Besuch bei deutschen Soldaten auf dem Nato-Stützpunkt Konya gestattet. Es ist die erste Erlaubnis dieser Art seit acht Monaten - sie gilt aber nicht für Incirlik.

Tornados der Luftwaffe in Incirlik
DPA

Tornados der Luftwaffe in Incirlik


Erstmals seit fast acht Monaten dürfen Bundestagsabgeordnete wieder deutsche Soldaten in der Türkei besuchen. Die Fachleute aller Fraktionen wurden nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa vom Auswärtigen Amt und vom Verteidigungsministerium darüber informiert, dass die türkische Regierung keine Einwände gegen eine Reise zum Nato-Stützpunkt Konya habe.

Von Konya aus starten Awacs-Aufklärungsflugzeuge der Nato im Auftrag der internationalen Koalition zu Einsätzen im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Deutsche Soldaten werden als Besatzungen für die Awacs-Maschinen eingesetzt.

Für den Luftwaffenstützpunkt Incirlik gibt es aber weiterhin keine Besuchserlaubnis. Vor gut einer Woche hatte die türkische Regierung Bundestagsabgeordneten erneut die Visite bei den dort stationierten 250 Bundeswehrsoldaten verweigert.

Die deutschen Soldaten starten von Incirlik aus im Auftrag der internationalen Koalition gegen den "IS" mit Tornado-Jets zu Aufklärungsflügen über Syrien und dem Irak. Außerdem hat die Bundeswehr ein Tankflugzeug auf dem türkischen Stützpunkt stationiert, das die Jets der beteiligten Nationen in der Luft mit Treibstoff versorgt.

Die Bundesregierung prüft derzeit wegen der türkischen Blockade die Verlegung der deutschen Soldaten in ein anderes Land, im Gespräch ist etwa Jordanien.

hej/dpa



insgesamt 9 Beiträge
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ttvtt 26.05.2017
1. Was für eine Farce!
Entweder ganz oder gar nicht. Manchmal muss man auch die Diplomatie vergessen.
DerDifferenzierteBlick 26.05.2017
2. Dauerhaft oder gar nicht
Wenn es keine dauerhafte Zusage gibt, dann ist die Erlaubnis wertlos, da die Türkei beim nächsten Mal einfach den Besuch wieder verweigern kann und alles geht wieder von vorne los. Also: Dauerhafte Zusage oder Abzug.
grumpy53 26.05.2017
3. Häppchen-Taktik
Erdogan braucht Geld, da muss er kleine Zugeständnisse machen. Und morgen ist er schon wieder anders drauf, verhaftet die nächsten Menschen, die ihn kritisieren oder beleidigt andere Länder. Mit dem Mann gibt es wenig Geschäftsgrundlage und Waffentechnik und Panzerfabriken finanzieren, mit denen er dann seine poliischen Gegner platt macht, geht gar nicht.
elkemeis 26.05.2017
4. Das ist aber großzügig!
Jetzt werfen wir uns alle aus Dankbarkeitin den Staub und huldigen demütig dem GröSaz vom Bosporus. Es ist eine Affenschande, wie sich Merkel von Erdowahn vorführen lässt.
kleinsteminderheit 26.05.2017
5. Ganz oder gar nicht
Entweder ein zuverlässiges Besuchsrecht für alle Standorte in der Türkei oder alle Bundeswehrsoldaten raus aus diesem ungastlichen Land.
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