Menschenrechte Führende Amnesty-Mitarbeiter in der Türkei festgenommen

Die Festnahmen erfolgten bei einer Schulung im Hotel: In der Türkei sind mehrere Menschenrechtsaktivisten festgenommen worden. Betroffen sind auch führende Mitarbeiter von Amnesty International.
Türkische Fahne in Istanbul

Türkische Fahne in Istanbul

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Marius Becker/ dpa

Zwei Mitarbeiter von Amnesty International und sieben weitere Menschenrechtsaktivisten sind bei einer Fachkonferenz in der Türkei festgenommen worden. Die Aktivisten wurden am Mittwochmorgen auf der Istanbul vorgelagerten Insel Büyükada in Gewahrsam genommen, wie der türkische Menschenrechtsverein (IHD) und mehrere Medien übereinstimmend berichteten.

Die türkische Zeitung "Hürriyet" spricht sogar von zwölf Festnahmen. Wohin die Menschenrechtler gebracht wurden und was ihnen vorgeworfen wird, ist nicht bekannt. Die Festnahmen seien bei einer Schulung in einem Hotel erfolgt, hieß es.

Unter den Festgenommen ist auch die Direktorin der türkischen Sektion von Amnesty International, Idil Eser. Die Organisation forderte die unverzügliche Freilassung aller Festgenommenen. Unter den Inhaftierten ist demnach auch ein deutscher Staatsbürger. Laut der Zeitung "Cumhuriyet" wurde den Festgenommenen der Zugang zu Anwälten verwehrt.

Amnesty-Generalsekretär Salil Shetty äußerte sich "beunruhigt und empört" über die Festnahmen. Der "Machtmissbrauch" durch die türkischen Behörden verdeutliche die prekäre Lage von Menschenrechtsaktivisten in dem Land, kritisierte er.

Anfang Juni war bereits der Leiter der türkischen Amnesty-Sektion zusammen mit einem Dutzend weiterer Anwälte in Untersuchungshaft festgenommen worden. Seit dem Putschversuch vom Sommer 2016 sind unter Zuhilfenahme der Notstandsregelung in der Türkei mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen geschlossen worden.

als/AFP/dpa