Türkei Angelina Jolie besucht syrische Flüchtlinge

Fünf Stunden hatte sie Zeit: Schauspielerin Angelina Jolie informierte sich über die Situation syrischer Flüchtlinge in der Türkei. Die Uno-Sonderbotschafterin hatte kistenweise Spielzeug dabei. In den Lagern wird die Lage immer angespannter: Einige Menschen sind in Hungerstreik getreten.
Angelina Jolie in der Türkei: Blitzbesuch mit Spielsachen

Angelina Jolie in der Türkei: Blitzbesuch mit Spielsachen

Foto: Tolga Bozoglu/ dpa

Altinözü - Sie kam in einem Privatflugzeug und mit Kisten voller Spielsachen. Hollywood-Star Angelina Jolie ist am Freitag zu einem Besuch bei syrischen Flüchtlingen in der Türkei eingetroffen. Die Schauspielerin und Sonderbotschafterin des Uno-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) landete in der Provinz Hatay. In den türkischen Flüchtlingslagern leben fast 10.000 Syrer, die vor der blutigen Niederschlagung der Protestbewegung durch das Regime in Damaskus geflohen sind.

Der Fernsehsender DHA zeigte, wie Jolie das Flugzeug verließ. Später sei die Schauspielerin dann zu einem Lager in der türkischen Stadt Altinözü aufgebrochen, berichteten türkische Medien. Bei ihrer Ankunft unter starken Sicherheitsvorkehrungen skandierten die Flüchtlinge "Nieder mit dem syrischen Regime!". Ein AFP-Reporter berichtete, bereits am Flughafen wurde Jolie von den Behörden mit einem 15 Meter langen Transparent willkommen geheißen. Ein Fan hielt ein Plakat mit der Aufschrift: "Angelina, küss mich für den Weltfrieden."

Den Behörden zufolge wird ein Team Jolies Aufnahmen von ihrem Treffen mit den Flüchtlingen bereitstellen. Im April war die US-Schauspielerin nach Tunesien gereist, als Tausende Menschen wegen des Konflikts in Libyen in das Nachbarland flüchteten.

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Für den Besuch des Lagers hatte Jolie eine Ausnahmegenehmigung des türkischen Außenministeriums bekommen. Die Flüchtlinge werden normalerweise weitgehend abgeschirmt. Dagegen brandete am Freitag Protest auf. Im Flüchtlingslager Yayladagi begannen einige Insassen nach dem Freitagsgebet einen Hungerstreik, sagte ein syrischer Dissident in der Türkei, der anonym bleiben wollte. Das Aufnahmelager war Ende April eingerichtet worden und beherbergt inzwischen mehrere tausend Flüchtlinge. Insgesamt stieg die Zahl der syrischen Flüchtlinge in fünf Zeltdörfern der Provinz auf rund 9700.

Mit dem Hungerstreik protestierten die Flüchtlinge gegen das Ausbleiben von Besuch, das Verbot, gegen die syrische Führung zu demonstrieren, sowie gegen mangelnden Kontakt zur Außenwelt, sagte der Aktivist. Zudem hätten türkische Wachleute am Donnerstag Flüchtlinge geschlagen.

ler/dapd/AFP/dpa
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