Türkei Anschlag auf protestantischen Geistlichen verhindert

Die türkische Polizei hat Medienberichten zufolge in der Stadt Izmir einen Anschlag auf einen evangelischen Pfarrer vereitelt. Ein rechtsnational gesinnter Mann wurde festgenommen, als er ein Gewehr aus seiner Tasche holte. 


Istanbul - Ein protestantischer Pfarrer in der Türkei ist offenbar nur knapp einem Mordanschlag entgangen: Die Polizei im west-türkischen Izmir nahm einen jungen Rechtsnationalisten fest, der vor einer Kirche mit Platzpatronen auf einen US-Geistlichen schoss und eine echte Waffe bei sich trug, wie türkische Zeitungen am Montag berichteten. Der Mann wurde von Zivilpolizisten festgenommen, die in der Umgebung des Gotteshauses postiert waren.

Pfarrer Andrew Brunson sagte der Nachrichtenagentur Anadolu, der Angreifer habe am vergangenen Freitagabend vor der Kirche etwas gerufen und dann in seine Richtung geschossen. Als der Mann in seine Tasche griff, um ein Gewehr herauszuholen, sei er überwältigt worden. Nach Presseberichten rief der Verdächtige Parolen gegen christliche Missionare. Kurz vor dem versuchten Anschlag soll er zudem auf Facebook Drohungen gegen Missionare verbreitet haben. In einem ersten Verhör sagte der junge Mann aus, er habe den US-Geistlichen erschrecken wollen.

Im April 2007 waren ein deutscher und zwei türkische Protestanten im ost-türkischen Malatya von Rechtsnationalisten ermordet worden. Wegen dieser und anderer Gewalttaten gegen Christen in der Türkei haben die Sicherheitsbehörden den Schutz von Kirchen verstärkt.

anr/AFP



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