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31. Juli 2017, 11:50 Uhr

Ankara

Türkische Behörden melden mehr als tausend Festnahmen

Die Regierung in Ankara verfolgt weiter einen harten Kurs: Allein in der vergangenen Woche wurden 1098 Menschen festgenommen - die meisten davon wegen angeblicher Kontakte zur Gülen-Bewegung.

Ein Jahr ist der Putschversuch in der Türkei her, und die Sicherheitsbehörden nehmen weiter Menschen fest. In der vergangenen Woche seien 1098 Verhaftungen vorgenommen worden, teilte das Innenministerium in Ankara nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters mit.

Darunter seien 831 Personen, die mutmaßlich Verbindungen zur Bewegung des im US-Exil lebenden Predigers Fethullah Gülen hätten. Die Regierung hält Gülen für den Drahtzieher des gescheiterten Putschs vom Juli 2016, was dieser von sich weist.

Wegen mutmaßlicher Kontakte zur Gülen-Bewegung wurden in den vergangenen zwölf Monaten in der Türkei rund 50.000 Menschen festgenommen - darunter auch deutsche Staatsbürger. Über 150.000 Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes, der Justiz, der Polizei und des Militärs wurden zudem entlassen oder vom Dienst suspendiert.

Im Zuge der jüngsten Festnahmewelle sollen 213 weitere Menschen wegen mutmaßlicher Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK festgenommen worden sein, 54 weitere wegen Kontakten zur Terrormiliz "Islamischer Staat" oder zu nicht näher genannten "linken Terrorgruppen".

dop/Reuters

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