Türkei Bomben explodieren in Urlaubsparadies

Schwere Anschlagsserie in der Türkei: In Istanbul und im Urlaubsort Marmaris sind in der vergangenen Nacht vier Bomben explodiert. Mindestens 27 Menschen wurden verletzt, darunter auch Touristen.


Istanbul – Allein im Urlauberparadies Marmaris explodierten drei Bomben. Dort wurden nach Behördenangaben 21 Menschen verletzt, elf Türken und zehn britische Touristen. Drei der Briten wurden nach Angaben des britischen Außenministeriums im Krankenhaus auf der Intensivstation behandelt.

Die erste Explosion ereignete sich gegen Mitternacht in einem Kleinbus, in dem Urlauber aus Großbritannien saßen. Der Sprengsatz war unter einem Sitz versteckt und explodierte während der Fahrt. Dies berichtet der türkische Nachrichtensender NTV. Nach Angaben der Behörden wurde niemand lebensgefährlich verletzt.

Dem ersten Anschlag folgten innerhalb einer Stunde zwei weitere Explosionen. Durch einen dieser Sprengsätze, die in Abfallbehältern deponiert waren, wurden laut NTV sechs türkische Passanten verletzt. Der Küstenort Marmaris ist sowohl bei westeuropäischen und russischen Touristen als auch bei Türken beliebt.

Zu einer Explosion kam es gestern Abend auch im Istanbuler Außenbezirk Bagcilar. Dort wurden sechs Menschen verletzt, als eine Paketbombe explodierte. Das Paket war an einer Schulmauer in dem Stadtbezirk im europäischen Teil deponiert, wie der Istanbuler Polizeichef Celalettin Cerrah mitteilte.

Eindeutige Hinweise auf die Bombenleger gab es zunächst nicht. Allerdings haben sich kurdische Extremisten mehrfach zu Anschlägen in türkischen Touristengebieten bekannt. Im Juli vergangenen Jahres waren bei einer Explosion in einem Kleinbus im Urlaubsort Kusadasi eine britische und eine irische Urlauberin sowie drei weitere Insassen getötet worden. Dazu hatte sich die Extremistengruppe "Freiheitsfalken Kurdistans" bekannt, die als Splittergruppe der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK gilt. Vor zwei Tagen wurden bei der Explosion zweier Bomben in der südtürkischen Stadt Adana vier Menschen verletzt.

Die PKK, die erst vor zwei Jahren eine mehrjährige Waffenruhe für beendet erklärt hatte, kämpft seit mehr als 20 Jahren mit Gewalt für mehr politische Rechte der Kurden in der Türkei. Einem 15-jährigen Guerillakrieg im Südosten des Landes waren von 1984 bis 1999 mehr als 30.000 Menschen zum Opfer gefallen.

asc/dpa/Reuters



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Seite 1
securaplan 28.08.2006
1.
---Zitat von sysop--- Viele Deutsche bevorzugen die Türkei als Urlaubsland. ---Zitatende--- Dann gehöre ich zu den wenigen Deutschen, die dort noch nie waren und auch vorerst nicht sein werden. Wäre erst ein Thema, wenn ich weiss, dass es dort keinerlei Folterungen oder Menschenrechtsverletzungen z.B gegen das kurdische Volk mehr gibt. Des weiteren sind diese Anschläge die Antworten auf die eigene Regierung des Landes...! In diesem Sinne
melEx, 28.08.2006
2. Türkei keineswegs gefährlicher als andere Urlaubsländer
Ich werde wieder in dieses wunderschöne Land reisen. Apropos Menschenrechte: der Beitragsverfasser zuvor weiss wohl nicht, dass gerade in Italien die meisten Menschenrechtsverletzungen stattfinden und zwar weit vor Frankreich und Türkei... Man dürfte ja gar nicht mehr verreisen, wenn man nach diesen seltsamen Grundsätzen verreisen würde. Von wegen Kurdenfolter.. da kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Wer noch nicht mal in der Türkei war, der will sich ein Bild davon machen können? Meines Erachtens sollte man sich da erst gar nicht zu Wort melden. tztztz
maconaut, 28.08.2006
3.
---Zitat von melEx--- Von wegen Kurdenfolter.. da kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Wer noch nicht mal in der Türkei war, der will sich ein Bild davon machen können? Meines Erachtens sollte man sich da erst gar nicht zu Wort melden. ---Zitatende--- Klar - und die vielen Deutschen, welche die Türkei als Urlaubsland bevorzugen, können sich da ein eindeutiges Bild machen... Weil Kurden werden ja *wenn überhaupt* öffentlich am abgeriegelten Touristenstrand oder während einer Happy-Animation-Hour im Hotel gefoltert. Da das noch kein Tourist gesehen hat, gibt es sowas auch nicht. Achja - in Guantanamo kann es so schlimm nicht sein, ich habe in den USA NOCH NIE gesehen, dass Gefangene misshandelt werden... würde also auch da wieder hinfahren. Also - ob man nun in der Türkei gewesen ist oder nicht ist keine aus- oder hinreichende Voraussetzung, um die Vorgänge dort zu beurteilen. Stefan
Dominik Menakker, 28.08.2006
4.
als Urlaubsland reizt mich die Türkei eigentlich weniger. Bin sowieso nicht der Typ Pauschalurlauber. Bin allerdings relativ oft in Istanbul und Eskisehir geschäftlich. Das wird sich auf absehbare Zeit auch nicht ändern. Warum auch?
Alexander Wiggin, 28.08.2006
5.
---Zitat von melEx--- Von wegen Kurdenfolter.. da kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Wer noch nicht mal in der Türkei war, der will sich ein Bild davon machen können? Meines Erachtens sollte man sich da erst gar nicht zu Wort melden. tztztz ---Zitatende--- Echt, sie haben im ganzen Club Med keinen einzigen gefolterten Kurden gefunden. Dann kann es sich ja nur um gemeine Propaganda von Amnesty International handeln! *kopfschüttel* in welecher Welt leben Sie?
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