Türkei Demonstration nach Mord an Transsexueller

Die transsexuelle türkische Aktivistin Hande Kader wurde brutal ermordet. Offenbar ist sie Opfer eines Hassverbrechens. In Istanbul demonstrierten nun Dutzende für die Rechte von Lesben, Schwulen und Transgender.
Aktivist*innen in Istanbul

Aktivist*innen in Istanbul

Foto: OZAN KOSE/ AFP

Nach dem Mord an einer prominenten Transsexuellen in der Türkei haben rund 200 Demonstranten am Sonntag in Istanbul Schutz für Transsexuelle und Strafverfolgung der Täter gefordert. Mit Slogans wie "Gerechtigkeit für Hande Kader" oder "Lasst uns um unser Überleben kämpfen" zogen die Demonstranten durch die Hauptverkehrsstraße Istiklal.

Die verstümmelte und verkohlte Leiche der transsexuellen Aktivistin Hande Kader war vergangenes Wochenende in einem noblen Stadtteil von Istanbul gefunden worden. Hader, die als Prostituierte arbeitete, war zuletzt vor einer Woche gesehen worden, als sie in das Auto eines Freiers stieg.

Berühmt geworden war Kander, als sie im Juni vergangenen Jahres auf der Straße sitzen blieb, als die Polizei in Istanbul Wasserwerfer einsetzte, um die jährliche Gay-Pride-Parade zu verhindern. Der Tweet der Journalistin Rossalyn Warren zeigt Kader bei der Parade 2015.

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Unter dem Hashtag #HandeKadereSesVer  erinnern Hunderte an die ermordete Aktivistin. Das türkische "Ses ver" bedeutet so viel wie "eine Stimme geben".

Nach Angaben von Aktivisten wurden seit 2008 etwa 40 Transsexuelle in der Türkei ermordet. Anfang des Monats war in dem Land die verstümmelte Leiche eines homosexuellen syrischen Flüchtlings gefunden worden. Sein Körper war so übel zugerichtet, dass seine Angehörigen ihn nur anhand seiner Bekleidung identifizieren konnten.

Homosexualität ist in der Türkei legal, doch laut Menschenrechtsgruppen kommt es häufig zu Hassverbrechen gegen Lesben, Schwule und Transgender.

sun/AFP/AP
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