Streit mit Ankara Deutscher EU-Botschafter in der Türkei tritt zurück

Eiszeit zwischen Ankara und der Europäischen Union: Nach einer Auseinandersetzung mit der türkischen Regierung gibt nun der deutsche EU-Diplomat Haber sein Amt auf.

Hansjörg Haber
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Hansjörg Haber


Der deutsche Diplomat Hansjörg Haber habe sein Amt niedergelegt, teilte sein Büro am Dienstag in Ankara mit. Die türkische Führung hatte zuvor Äußerungen kritisiert, die Haber über den Flüchtlingspakt zwischen der EU und Ankara getätigt haben soll.

"Wir bestätigen, dass der Botschafter zurückgetreten ist", sagte eine Sprecherin der diplomatischen EU-Vertretung der Nachrichtenagentur AFP. Haber war Mitte Mai wegen einer Äußerung über das Flüchtlingsabkommen zwischen der EU und der Türkei von der türkischen Regierung einbestellt worden.

Türkischen Medienberichten zufolge hatte er gegenüber Journalisten mit Blick auf die Vereinbarungen gesagt: "Wir haben ein Sprichwort: Beginnen wie ein Türke und beenden wie ein Deutscher. Hier ist es umgekehrt." Die Äußerung wurde von der EU-Delegation in Ankara nicht bestätigt.

Der Streit um den Flüchtlingspakt belastet seit Monaten die Beziehungen zwischen der Türkei und der EU. Gemäß dem am 20. März in Kraft getretenen Abkommen werden alle "irregulär" in die EU eingereisten Flüchtlinge wieder in die Türkei zurückgeschickt. Die EU hat zugesagt, für jeden zurückgeschickten Syrer im Gegenzug einen anderen syrischen Flüchtling direkt aus der Türkei aufzunehmen.

Zuletzt hatte die Armenien-Resolution im Deutschen Bundestag auch den Ton zwischen Berlin und Ankara weiter verschärft.

kev/AFP/Reuters

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