Syrien Trump stoppt angeblich Waffenlieferungen an Kurdenmiliz

Die Türkei kritisiert seit Langem, dass die USA die Kurdenmiliz YPG mit Waffen ausrüstet. Jetzt behauptet Ankara, US-Präsident Donald Trump habe ein Ende der Lieferungen versprochen.

Kämpfer der YPG (Archivaufnahme)
AFP

Kämpfer der YPG (Archivaufnahme)


US-Präsident Donald Trump hat der Türkei nach Angaben der Regierung in Ankara ein Ende der amerikanischen Waffenlieferungen für die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien zugesagt. "Herr Trump hat deutlich gesagt, dass er klare Anweisungen gegeben hat, der YPG ab sofort keine Waffen mehr zu geben, und dass dieser Unsinn in Wahrheit bereits vorher hätte beendet werden sollen." Das berichtete Außenminister Mevlüt Cavusoglu nach einem Telefonat Trumps mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Die türkische Regierung kritisiert seit Langem, dass die USA die YPG in Nordsyrien mit Waffen beliefern. Die YPG ist Verbündeter des Westens im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS), die in Nordsyrien militärisch inzwischen weitgehend besiegt ist. Die YPG ist die Miliz der Kurdenpartei PYD, die der syrische Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK ist.

Es gebe Beweise dafür, dass Waffen der USA für die YPG in die Hände der PKK gelangt seien, sagte Cavusoglu. Er begrüßte die Ankündigung Trumps: "Natürlich haben uns diese Aussagen gefreut." Die US-Waffenlieferungen an die YPG seien "eines der Themen, die unsere Beziehungen mit Amerika am meisten negativ beeinflussen".

Das Verhältnis zwischen Washington und Ankara ist angespannt. Zu schweren Verstimmungen und einer gegenseitigen Visa-Blockade im Oktober führte die Inhaftierung von zwei lokalen Mitarbeitern von diplomatischen Vertretungen der USA in der Türkei. Die US-Regierung fordert außerdem - ähnlich wie die Bundesregierung - die Freilassung von US-Staatsbürgern aus türkischer Haft.

als/dpa



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Atheist_Crusader 24.11.2017
1.
Auch wenn ich es Trump zutrauen würde - denn die effektivsten Kämpfer gegen den IS und eine der wenigen nicht-radikalen Kräfte in der Region fallenzulassen zugunsten einer islamistischen Autokratie klingt definitiv nach etwas was er tun würde - würde ich doch erstmal auf die Bestätigung aus dem Weißen Haus warten ehe ich das glaube. Ankara ist jetzt auch nicht gerade die Welthauptstadt der glaubwürdigen Statements. Wenn das allerdings stimmen sollte, dann hätten die Kurden ein Problem. Und ich sehe leider Niemaden sonst einschreiten um ihnen zu helfen. Dabei wäre das definitiv eine Aufgabe die Deutschland/die EU übernehmen könnte und sollte. Es ist moralisch richtig, es ist strategisch eine gute Idee und es ist auch mit unseren Werten vereinbar. Die Kurden sind nämlich eine echte unterdrückte Minderheit, die schon viel Verfolgung und Gewalt erdulden mussten.
tipp-ex 24.11.2017
2. offiziell?
Wurde das schon auf Twitter bestätigt? Erst wenn es da steht, kann es wahr sein.
siekmund 24.11.2017
3. Realitätsverlust von Atheist_Crusader
Zum wiederholten Mal: Es gibt nicht die "Kurden". Es gibt 3 Hauptstämme. Diese Stämme bekriegen sich gegenseitig seit Jahrzehnten. Dir YPG steht der PKK nahe. Die PKK ist weltweit als Terrororganisation anerkannt.
g.eliot 24.11.2017
4.
Während der Wahlkampagne hatte Trump die Kurden bzw. deren Einsatz gegen den ISIS wederholt gelobt. Zitiert wurden Sätze wie: I'm a fan of the kurds! Weil Trump inzwischen das Verdienst, den ISIS "ausgerottet zu haben" sich selbst beansprucht, wird er solche lobenden Worte über die Kurden eher nicht mehr benutzen. Na ja, opportunistisch wie Trump nun mal ist, würde ich ihm die Wende durchaus abnehmen. Es geht ja auch um eine ölreiche Region, welche die Kurden am liebsten als Autonomie selber regieren möchten. Einstweilen haben dort US Companies das Nachsehen, Das Geschäft machen dort vorwiegend die Norweger und die Emirate.
g.eliot 24.11.2017
5.
Zitat von siekmundZum wiederholten Mal: Es gibt nicht die "Kurden". Es gibt 3 Hauptstämme. Diese Stämme bekriegen sich gegenseitig seit Jahrzehnten. Dir YPG steht der PKK nahe. Die PKK ist weltweit als Terrororganisation anerkannt.
Die Meldung steht laut US Google News heute in allen westlichen Leitmedien, ebenso in arabischen und sogar auf Sputnik. In allen Berichten die ich las, ist die Rede von Kurden, ohne eine weitere Definition. Wenn Sie die alle berichtigen wollen, haben Sie viel zu tun... ;-)
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