Türkei Ein Toter bei Schusswechsel in Gaziantep

Vor der Polizeidirektion der türkischen Stadt Gaziantep hat es eine Schießerei gegeben. Ein Angreifer hatte versucht, in das Gebäude einzudringen. Sicherheitskräfte erschossen ihn.

Tatort in Gaziantep
STRINGER/EPA/REX/Shutterstock

Tatort in Gaziantep


Die südosttürkische Stadt Gaziantep ist erneut Schauplatz von Gewalt geworden. Vor der Polizeidirektion der Stadt haben sich Sicherheitskräfte nach Regierungsangaben einen Schusswechsel mit einem Angreifer geliefert und ihn getötet. Ein Polizist sei leicht verletzt worden.

Mindestens eine Person habe versucht, in das Polizeigebäude einzudringen und sei von den Beamten getötet worden. Ein zweiter Mann befinde sich noch auf der Flucht, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Numan Kurtulmus vor Journalisten.

In Sicherheitskreisen war die Rede von einem versuchten Selbstmordanschlag. Die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, bei dem getöteten Angreifer sei kein Sprengsatz gefunden worden.

In Gaziantep nahe der Grenze zu Syrien hat es in den vergangenen Monaten immer wieder Anschläge gegeben. Im Oktober sprengte sich bei einer Razzia ein Attentäter in die Luft. Dabei kamen drei Polizisten ums Leben.

Im August waren bei einem Anschlag in Gaziantep mehr als 50 Teilnehmer einer kurdischen Hochzeitsfeier getötet worden. Für das Attentat macht die Regierung die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) verantwortlich. Auch die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK verübt immer wieder Attentate in der Türkei.

Ein schwerer Anschlag hat die Türkei zuletzt in der Silvesternacht erschüttert. Ein Terrorist tötete in einem Klub in Istanbul 39 Menschen. Die Verantwortung hat der IS für sich reklamiert.

Vizeministerpräsident Kurtulmus sagte nach dem Vorfall in Gaziantep, der Angriff erinnere ihn an den Anschlag in Izmir. Am Donnerstag war ein Autobombenanschlag vor dem Justizgebäude in der westtürkischen Stadt verübt worden. Zwei Menschen starben. Bei einem anschließenden Schusswechsel mit Sicherheitskräften wurden zwei Angreifer getötet, ein weiterer ist seitdem auf der Flucht. Die Behörden vermuten die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK hinter dem Anschlag in Izmir.

kgp/kev/dpa/AFP/AP/Reuters



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