Türkei Erdogan-Partei AKP gewinnt Kommunalwahl

Eindeutiges Ergebnis: Bei der türkischen Kommunalwahl hat die islamisch-konservative Regierungspartei AKP von Ministerpräsident Erdogan die meisten Stimmen erhalten. Überschattet wurde die Wahl von zahlreichen Gewalttaten mit mehreren Toten.

Istanbul - Stärkste Kraft trotz leichter Verluste: Die islamisch-konservative Regierungspartei AKP des Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan hat ihre Führungsrolle bei der türkischen Kommunalwahl behauptet. Nach Auszählung der Hälfte aller abgegebenen Stimmen kommt die AKP auf 39,5 Prozent der Stimmen - das bedeutet einen leichten Verlust von 2,2 Prozent im Vergleich zur Wahl 2004.

Nach der aktuellen Hochrechnung kommt die laizistische CHP auf 20,2 Prozent, die nationalistische MHP erhielt 16,7 Prozent. Türkischen Medien berichteten, dass die AKP mit Sicherheit erneut den Bürgermeister der Hauptstadt Ankara stellen werde, in Istanbul aber nur knapp vor der Republikanischen Volkspartei CHP liege. Die AKP habe zudem ihr Ziel verpasst, der pro-kurdischen DTP die kommunale Mehrheit in Diyarbakir im Südosten des Landes abzunehmen.

Die Wahl wurde von zahlreichen Gewalttaten überschattet. Zur Anzahl der Opfer gibt es unterschiedliche Angaben: Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP starben vier Menschen, die dpa berichtet unter Berufung auf türkische Medien von mindestens fünf Toten und etwa 100 Verletzten.

Im Vorfeld der Wahl hatte es Streit um das Wählerregister gegeben, nachdem mehrere Millionen zusätzlicher Stimmberechtigter eingetragen worden waren. In den Städten Kars, Van, Diyarbakir, Sanliurfa und Kayseri soll es an den Wahllokalen zu teilweise schweren Auseinandersetzungen gekommen sein. Insgesamt waren mehr als 48 Millionen Türken stimmberechtigt.

hut/dpa/AFP
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