Grenzgefechte Türkei erwidert erneuten Granatenbeschuss aus Syrien

Die Sorge vor einer Eskalation des Konflikts wächst: Die türkischen Streitkräfte haben erneut das syrische Grenzgebiet unter Beschuss genommen - nachdem zum wiederholten Mal eine Granate auf türkischem Gebiet eingeschlagen war.

Türkische Soldaten an der Grenze zu Syrien: Beschuss von Akcakale erwidert
REUTERS

Türkische Soldaten an der Grenze zu Syrien: Beschuss von Akcakale erwidert


Istanbul/Damaskus - Das türkisch-syrische Grenzgebiet kommt nicht zur Ruhe. Zum zweiten Mal binnen weniger Tage wurde am Sonntag das türkische Grenzdorf Akcakale von Syrien aus beschossen, wie türkische Medien berichteten. Im Garten eines Verwaltungsgebäudes sei ein Geschoss eingeschlagen, hieß es. Das Militär habe den Angriff umgehend erwidert - laut dem Bürgermeister von Akcakale mit mindestens sechs Mörserschüssen.

Bei dem abermaligen Beschuss des Ortes, in dem am Mittwoch fünf Zivilisten durch syrische Artillerie getötet worden waren, sei niemand verletzt worden, berichtete der türkische Fernsehsender NTV. Demnach war das Gebäude schon zuvor evakuiert worden. Bei dem Beschuss am Sonntag wurden dem Sender zufolge einige Getreidespeicher mehrere hundert Meter vom Zentrum Akcakales entfernt beschädigt. Die türkische Armee feuerte daraufhin auf die syrische Ortschaft Tel Abjad, wie die oppositionelle syrische Beobachterstelle für Menschenrechte mitteilte. Am Samstag waren nach Angaben der Provinzregierung von Hatay auf unbewohntem Gebiet eine Granate und ein weiteres Geschoss eingeschlagen, wobei niemand zu Schaden gekommen sei.

Die türkische Armee hatte in den vergangenen Tagen auf jeden Einschlag syrischer Geschosse umgehend mit Gegenangriffen auf syrische Stellungen reagiert. Beide Seiten zeigten sich bemüht, die Lage nicht eskalieren zu lassen. Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan hatte allerdings am Freitag gewarnt, die beiden Nachbarn seien "nicht weit von einem Krieg entfernt". Der tödliche Zwischenfall in Akcakale hat Sorgen geschürt, Syriens Bürgerkrieg könnte sich zu einem regionalen Konflikt ausweiten. In der Grenzregion halten sich syrische Rebellen auf, weshalb es auf syrischer Seite immer wieder zu Gefechten zwischen Aufständischen und Soldaten kommt.

Gefechte zwischen Rebellen und syrischer Armee

Die Türkei verfügt über ein wesentlich stärkeres Militär als Syrien. Beide Länder unterhielten einst enge Beziehungen. Das änderte sich jedoch, als die Regierung in Damaskus immer härter gegen ihre Gegner vorging. Erdogan ist inzwischen einer der schärfsten Kritiker von Präsident Baschar al-Assad. Die Türkei bietet ranghohen Rebellen Unterschlupf und hat fast 100.000 Flüchtlinge aufgenommen. Assad versucht seit mehr als eineinhalb Jahren, einen Volksaufstand niederzuschlagen. Zehntausende Menschen sind getötet worden.

Am Samstag nahmen Rebellen nach Angaben von Augenzeugen einen strategisch wichtigen syrischen Grenz-Vorposten ein. Auch am Sonntag waren demnach noch Schüsse in dem Gebiet zu hören. Bei den Schießereien kamen laut Syrischer Beobachtungsstelle für Menschenrechte etwa 50 Menschen ums Leben. Unter ihnen seien 40 Regierungssoldaten, berichtete die in London ansässige oppositionelle Gruppe. Seit vier Tagen hätten in der Region schwere Kämpfe getobt, sagte ein Bewohner des türkischen Grenzortes Güvecci. Meldungen aus Syrien sind wegen der Medienblockade des Assag-Regimes von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen.

wit/Reuters/AFP/dapd/dpa



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Emmi 07.10.2012
1. Welches Interesse sollte Syrien (Assad) an einem Krieg mit der Türkei haben!?
Welches Interesse sollte Syrien (Assad) an einem Krieg mit der Türkei haben, den er/es niemals gewinnen kann? Also ist anzunehmen, dass diese Granaten entweder versehentlich (durch Unfähigkeit bei dem Versuch, Aufständische zu bekämpfen) oder mit voller Absicht, aber NICHT von der syrischen Armee da hin geschossen wurden (um ein Eingreifen der Türkei in den Bürgerkrieg in Syrien auf der Seite der Gegner des Assad-Regimes zu provozieren). Angesichts dessen kann man diese Granaten nur dann als Vorwand für einen Krieg gegen Syrien nehmen, wenn man ihn selber will. Das sollte die NATO dem Herrn Erdogan klar sagen!
vitalik 07.10.2012
2. Auffallen
Das fällt doch langsam auf. OK, die Erste mag noch tatsächlich eine von Assads Arme abgeschossene Granate sein, aber die folgenden? Ich denke da haben die Rebellen mitgekriegt, dass Türkei keine Scherze macht, wenn es um ihr Gebiet geht und vesuchen nun die Türkei zu reizen. Es macht doch keinen Sinn für Assad sich für Vorfälle zu entschuldigen und gleichzeitig die nächsten Angriffe zu befehlen. Sowie SPON berichtet hat, erhofft sich Assad immer noch zu gewinnen, da versucht man doch nicht noch einen Gegner herzuzaubern um dann ganz sicher zu verlieren.
Onkel_Karl 07.10.2012
3.
Zitat von sysopREUTERSDie Sorge vor einer Eskalation des Konflikts wächst: Die türkischen Streitkräfte haben erneut das syrische Grenzgebiet unter Beschuss genommen - nachdem zum wiederholten Mal eine Granate auf türkischem Gebiet eingeschlagen war. http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-erwidert-erneuten-granatenbeschuss-aus-syrien-a-859964.html
Die Türkei wird immer verzweifelter im Konflikt,die Hoffnung dass es genau so schnell gehen wird wie in Libyen ist nicht erfüllt worden. Mit den Stämmen in Libyen war es einfacher zu verhandeln und einzelne zu kaufen,in Syrien ist die Situation ganz anders. In Syrien sind es mehrere Kulturen und Glaubensrichtungen und keine Stämme,die Alawiten,Shihiten und zum Zeil die Sunniten stehen hinter der Regierung und kämpfen gegen den Schicksal so zu enden wie Libyer und der Verfolgung aller andersgläubiger oder die Ägypter,wo die Kopzen und Armenier ihre Viertel selbst bewachen. Deswegen greift Erdohan zum letzten Mittel, um NATO in den Konflikt reinzuziehen und den Bündniss zu zwingen ihren Mitglied zu verteidigen. Es ist ja nicht mal klar wer da auf türkisches Gebiet Granaten abfeuert hat,für den ersten Angriff hat sich Syrien entschuldigt aber auch hinzugefügt,dass der Vorfall noch untersucht wird,da syrische Armee nicht alle Grenzübergänge unter ihrer Kontrolle haben,das haben auch die Rebellen letzte Woche mitgeteilt. Es scheint auch zu absurd,dass syrische Armee ein militärisch unwichtiges Dorf beschiesst und damit einen Krieg riskiert,es scheint viel eher nach einer Provokation der Rebellen zu sein, die ganz genau wissen dass die Türkei antworten wird. Ich hoffe sehr die Türkei behält die Nerven und untersucht zuerst wer da geschossen hat und ich hoffe auch,dass meine Vermutung falsch ist und die Türkei nichts mit den Angriffen zu tun hat...denn die Rebellen wurden überall in Syrien verdrängst und Erfolge sind nicht in Sicht,syrische Armee befreit ein Viertel nach dem anderen und dir Rebellen gehen zum Terror über,was bei der Weltgemeinschaft nicht sehr gut ankommt,daher braucht die Türkei einen Grund ...
liptovskykarl 07.10.2012
4. Wenn...
die heutige Meldung der tuerkischen Zeitung stimmt, das die Granate die die 5 Menschen in der Tuerkei toeteten eine aus Natoproduktion ist, dann duerfte wohl klar sein, wer Interesse daran hat, das die Tuerkei Syrien angreift! Aber das ist nicht Assad und auch nicht die regulaere syrische Armee!!
reuanmuc 07.10.2012
5.
Zitat von vitalikDas fällt doch langsam auf. OK, die Erste mag noch tatsächlich eine von Assads Arme abgeschossene Granate sein, aber die folgenden? Ich denke da haben die Rebellen mitgekriegt, dass Türkei keine Scherze macht, wenn es um ihr Gebiet geht und vesuchen nun die Türkei zu reizen. Es macht doch keinen Sinn für Assad sich für Vorfälle zu entschuldigen und gleichzeitig die nächsten Angriffe zu befehlen. Sowie SPON berichtet hat, erhofft sich Assad immer noch zu gewinnen, da versucht man doch nicht noch einen Gegner herzuzaubern um dann ganz sicher zu verlieren.
Glauben Sie, dass Assad die Kontrolle über jede einzelne Granate hat? Sind Sie sicher, dass Assad überhaupt noch die Kontrolle über die Armee hat? Vernunft spielt im Krieg keine Rolle, denn sonst gäbe es den Krieg nicht. Diktatoren wie Assad verlieren gerne den Blick für die Wirklichkeit und leben in einer eigenen Welt, umgeben von Lakaien zur Abschottung, wie eine französische Mastgans.
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