Awacs-Aufklärer in Konya Bundestagsabgeordnete dürfen türkischen Nato-Stützpunkt besuchen

Deutsche Abgeordnete sollen nun doch die Bundeswehrsoldaten im türkischen Konya besuchen dürfen. Ankara hatte das zuletzt im Juli verweigert - dann schaltete sich die Nato ein.

In Konya stationierte Awacs-Flugzeuge
imago/ StockTrek Images

In Konya stationierte Awacs-Flugzeuge


Die Türkei hat dem Auswärtigen Amt zufolge die Visite deutscher Verteidigungspolitiker im Zuge einer Nato-Reise auf dem Militärstützpunkt Konya am 8. September genehmigt. Mitte Juli hatte die Türkei einen Abgeordnetenbesuch bei Bundeswehrsoldaten auf dem Stützpunkt abgelehnt.

Die Reise solle unter der Leitung der stellvertretenden Nato-Generalsekretärin Rose Gottemoeller stattfinden, heißt es in einem Schreiben von Bundesaußenminister Sigmar Gabriel an den Verteidigungsausschuss des Bundestags. Bis zu sieben Mitglieder des Gremiums sollen sie begleiten. "Das ist in unserem Interesse", sagte der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Wolfgang Hellmich (SPD). "Das ist ein wichtiger Schritt, in der Nato deutlich zu machen, dass das Besuchsrecht unabdingbar ist."

Von Konya aus starten die Aufklärungsflugzeuge der Nato zu Einsätzen im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat".

"Ein Besuch auf Nato-Einladung ersetzt nicht den Grundsatz des Besuches des Bundestags", sagte Hellmich. "Aber er ist ein wichtiger Beitrag, um einen Konflikt zu entschärfen, der der Nato gar nicht dienlich war."

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sieht die Besuchserlaubnis für Bundestagsabgeordnete als gutes Zeichen. "Es ist eine gute Lösung, dass der Besuch deutscher Abgeordneter nun unter dem Dach der Nato stattfinden kann", sagte sie.

Als Konsequenz aus dem Streit mit der Regierung in Ankara um verweigerte Abgeordnetenbesuche bei Bundeswehrsoldaten auf dem türkischen Stützpunkt Incirlik hatte die Bundesregierung zuvor bereits das dortige Bundeswehr-Kontingent nach Jordanien verlegt. Die Nato hatte sich deshalb zuletzt intensiv um Vermittlung zwischen der Türkei und Deutschland bemüht.

mho/dpa/AFP

insgesamt 52 Beiträge
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gammoncrack 08.08.2017
1. Das musste schon so kommen.
Deutschland hat der NATO vermutlich angedeutet, dass das verweigerte Besuchsrecht zwangsläufig auch einen Abzug aus Konya zur Folge haben würde. Da das aber keinesfalls im Interesse der NATO wäre, wird diese interveniert haben. Dass Erdogan es nicht mit diesem Bündnispartner verderben will, dürfte klar sein. Ich halte es auch für möglich, dass seine neuerlichen Attacken gegen Deutschland durch dieses "zähneknirschende" Zugeständnis ausgelöst wurden. Das stinkt ihm wahrscheinlich gewaltig.
Atheist_Crusader 08.08.2017
2.
Die Türkei ist als NATO-Verbündeter kein Gewinn, sondern bestenfalls eine Unsicherheitsfaktor und schlimmstenfalls ein Risiko. ALLE deutschen Truppen abziehen. Und wo wir schon dabei sind auch alle Fachleute, alle Investments und jeden der keine diplomatische Immunität genießt. Und selbst darauf würde ich mich nicht allzu sehr verlassen. Was die Iraner können, können auch die Türken. Sollen die doch zusehen wie sie alleine klarkommen. Dafür wurde Erdowahn schließlich gewählt und immer wieder und wieder beklatscht.
pauerkraut 08.08.2017
3. Klare Kante nötig
Was eine Selbstverständlichkeit sein sollte wird nun von diesem "Westen Taschen Pascha" als Großzügige Geste verkauft. Der Typ ist mittlerweile schon dem "Höhen Rausch " erlegen und sollte von der EU glasklar als Repräsentant der Türkei abgelehnt werden...
auweia 08.08.2017
4. Kein Deal
Auch wenn Erdo jetzt gesichtswahrend einknickt und die BT-Abgeordneten auf dem indirekten Wege einer NATO-Insktion nach Konya fahren können - ich werde bis zu des Sultans Abgang aus der Politik nicht mehr in die Türkei fahren - und ermuntere auch alle anderen, dies nicht zu tun.
anark 08.08.2017
5.
Das ich das noch erleben durfte...
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