Türkei Gericht ordnet Freilassung von "Cumhuriyet"-Online-Chef an

Der Online-Chef der türkischen Zeitung "Cumhuriyet" ist wegen Terrorpropaganda angeklagt. Einen Monat lang saß er in Untersuchungshaft, nun hat ein Gericht seine Freilassung angeordnet.
Sitz der "Cumhuriyet" in Istanbul (Archiv)

Sitz der "Cumhuriyet" in Istanbul (Archiv)

Foto: OZAN KOSE/ AFP

Das Gericht in Istanbul verfügte am Mittwoch, dass Oguz Güven nach einem Monat Untersuchungshaft auf freien Fuß gesetzt wird, meldete die Nachrichtenagentur DHA. Auch die Zeitung des "Cumhuriyet"-Journalisten berichtete über die Freilassung ihres Online-Chefs.

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Die Staatsanwaltschaft wirft Güven "Verbreitung von Propaganda für eine Terrororganisation" vor und fordert bis zu zehneinhalb Jahre Haft für den Journalisten. Der Prozess soll am 14. September beginnen. Güven war Mitte Mai in Istanbul festgenommen worden.

Grundlage der Anschuldigungen ist eine Tweet vom Twitter-Konto der "Cumhuriyet", in der despektierliche Äußerungen über einen bei einem Autounfall verstorbenen Staatsanwalt gemacht worden waren. Güven wies die Vorwürfe zurück. Er gab ab, die Twitter-Nachricht sei nicht von ihm geschickt und nach 55 Sekunden korrigiert worden.

Derzeit sitzen noch zwölf Mitarbeiter der "Cumhuriyet" wegen Terrorvorwürfen in Untersuchungshaft. Nach dem gescheiterten Putschversuch im vergangenen Juli wurde in der Türkei der Ausnahmezustand verhängt. Seither wurden Dutzende Journalisten verhaftet oder angeklagt.

Unter den mehr als hundert Journalisten in türkischer Haft ist auch Deniz Yücel, der als "Welt"-Korrespondent in Istanbul arbeitet und neben dem deutschen einen türkischen Pass besitzt. Er war im Februar festgenommen worden - ebenfalls mit dem Vorwurf, Terrorpropaganda zu verbreiten. Die Bundesregierung setzt sich für seine Freilassung ein.

sun/dpa