Verfassungsreferendum in der Türkei Hohe Wahlbeteiligung für Erdogans Referendum in Deutschland

In Deutschland haben rund die Hälfte aller Wahlberechtigten über das türkische Verfassungsreferendum abgestimmt. Ihre Stimmen könnten bei einem knappen Ergebnis entscheidend sein.

Pro-Erdogan-Anhänger in Deutschland
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Pro-Erdogan-Anhänger in Deutschland


Zwei Wochen lang haben die in Deutschland wahlberechtigten Türken über das Referendum in der Türkei abstimmen können. Rund die Hälfte von ihnen hat von diesem Recht bis Sonntagabend Gebrauch gemacht.

Insgesamt stimmten nach Angaben der türkischen Wahlkommission 696.863 der 1.430.127 in Deutschland registrierten türkischen Wähler über die umstrittene Verfassungsänderung ab. Das sind 48,73 Prozent aller Wahlberechtigten - und deutlich mehr als bei der Parlamentswahl 2015.

Wahlberechtigte Türken in Europa


Wenngleich die Wahlen in Deutschland beendet sind, können Auslandstürken noch bis zum 16. April an den Grenzübergängen zur Türkei über das Referendum abstimmen. An diesem Tag findet die Wahl auch in der Türkei selbst statt. Dort sind rund 55 Millionen Bürger zur Abstimmung aufgerufen.

Sollte das Ergebnis knapp ausfallen, dann könnten die Stimmen der Auslandstürken über Sieg und Niederlage entscheiden. Sie machen insgesamt fünf Prozent aller Wahlberechtigten aus.

Staatschef Recep Tayyip Erdogan hat in den vergangenen Wochen und Monaten Minister und Politiker der AKP im In- und Ausland für sein kontroverses Vorhaben werben lassen. Die immer stärker in Bedrängnis geratene Opposition mahnt indes, die geplante Verfassungsänderung könne die Türkei von einer Demokratie in eine Diktatur verwandeln.

dop/dpa



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