Türkei Katholischer Priester niedergestochen

Die Serie blutiger Angriffe auf christliche Würdenträger in der Türkei hält an: Heute wurde nach der Messe in Izmir ein italienischer Priester niedergestochen.


Ankara - Der Täter traf Adriano Franchini am Bauch. Die Verletzung des Kapuzinermönchs sei nicht lebensbedrohlich, teilte der italienische Konsul in der Hafenstadt, Simon Carla, mit. Der mutmaßliche Attentäter wurde nach Angaben der Polizei festgenommen.

Franchini leitet die Kirche der Jungfrau Maria in Ephesus, sagte Carla. In einem Bericht des Fernsehsenders Habertürk hieß es, der Attentäter habe sich nach der Messe dem katholischen Geistlichen genähert und nach Informationen über das Christentum gefragt. Dabei sei es zum Streit gekommen und der Attentäter habe den Priester mit einem Messer in den Bauch gestochen.

Der Konsul sagte, Franchini sei bei Bewusstsein gewesen, als er ins Krankenhaus gebracht wurde. In den vergangenen zwei Jahren hat es mehrere Angriffe auf Christen in der Türkei gegeben. Während der weltweiten islamischen Proteste gegen Karikaturen des Propheten Mohammed in europäischen Zeitungen erschoss ein 16-jähriger im Februar 2006 in Trabzon einen katholischen Priester, der in seiner Kirche betete. Nach diesem Anschlag wurde ein katholischer Priester in Izmir angegriffen und ein weiterer in der Schwarzmeerstadt Samsun niedergestochen. Im April wurden drei Mitarbeiter eines Bibelverlages, darunter ein Deutscher, ermordet. Im November wurde ein assyrischer Geistlicher entführt, der inzwischen von Sicherheitskräften im Südosten der Türkei befreit wurde.

Die Angriffe haben die Frage aufgeworfen, ob die türkischen Behörden den Schutz der christlichen Minderheit garantieren können.

ler/AP



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