Türkei Kurden protestieren gewaltsam gegen Öcalan-Haft

Mit Wasserwerfern und Tränengas ist die türkische Polizei gegen Demonstranten in mehreren Städten vorgegangen. Anhänger des Kurdenführers Abdullah Öcalan hatten am Jahrestag seiner Inhaftierung gewaltsam protestiert und mit Steinen geworfen. Zahlreiche Menschen wurden festgenommen.

Kurdische Demonstranten in Istanbul: Zusammenstöße mit der Polizei
AP

Kurdische Demonstranten in Istanbul: Zusammenstöße mit der Polizei


Istanbul - Anhänger des inhaftierten Kurdenführers Abdullah Öcalan haben am Montag in mehreren Teilen der Türkei zum 11. Jahrestag seiner Festnahme gewaltsam demonstriert. In Istanbul und Städten im Südosten des Landes kam es zu Zusammenstößen zwischen Steine werfenden Demonstranten und der Polizei, berichteten türkische Fernsehsender. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein.

In Diyarbakir, der größten Stadt im Kurdengebiet im Südosten der Türkei, versammelten sich nach Angaben der Agentur AFP rund 3000 Menschen. Rund 30 Demonstranten wurden nach Zusammenstößen mit der Polizei festgenommen. In Istanbul gingen rund 500 Menschen auf die Straße. Auch dort gingen die Sicherheitskräfte mit Tränengas gegen die Menge vor, um sie aufzulösen.

Die Polizei hatte bereits am Wochenende mindestens 86 Kurdenvertreter festgenommen. Darunter waren auch Politiker der Partei für Frieden und Demokratie. Die Festgenommenen werden beschuldigt, Kontakte zu Öcalans verbotener kurdischer Arbeiterpartei PKK zu haben.

Öcalan sitzt seit mehr als zehn Jahren im Gefängnis. Der Gründer und Chef der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) war am 15. Februar 1999 von türkischen Agenten in Kenia gefasst und in die Türkei gebracht worden. Ein Gericht verurteilte ihn dort wenige Monate später zum Tode; die Todesstrafe wurde später in lebenslange Haft umgewandelt. Nach zehn Jahren Einzelhaft auf der Gefängnisinsel Imrali wurden die Haftbedingungen für Öcalan im November gelockert. Der Kurdenführer darf nun Kontakt zu anderen Häftlingen haben.

kgp/dpa/AFP



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obenim 15.02.2010
1. Kein Kurdenführer sondern PKK-Führer Öcalan
Ich verstehe euch nicht, wird es die Spiegel Redaktion nie kapieren er ist kein Kurdenführer, (wie sie ihn in dem Artikel nennen) er vertrat auch nie die Intressen der Kurden, sondern der PKK, einer Terrororganisation!!! Deshalb ist er auch verurteilt. Er ist Führer einer, auch vom Ausland anerkannten, Terrororganisation. Bitte Liebe Spiegelautoren macht nicht immerwieder diesen kleinen aber verherenden Fehler!!! Danke im vorhinaus....
Shvan 15.02.2010
2. Ahja.
Was sind diese "Interessen der Kurden" von denen Sie sprechen genau? Dass er kein "Kurdenführer" ist , wär mir neu Und "Terroristen" sind das nicht wirklich. Es bestehen Ähnlichkeiten, aber auch glasklare Unterschiede.
sivan5 16.02.2010
3. Öcalan ist der einzige weg zum Frieden
Abdullah Öcalan ist sehr wohl der Representant der Kurden in der Türkei, Syrien und im Iran. Jedes Jahr am 21 März bekunden das Millionen Menschen Weltweit beim Neujahrsfest Newroz, Demos und aderen Kurdischen Aktionen. Für die Kurden ist Abdullah Öcalan der Hoffnungsträger, ihm Verdanken die Kurden das sie in der Welt gehör bekommen haben. Bevor Öcalan und seine Gefährten die PKK gegründet hatten, gab es nicht einmal ein Existenzrecht für die Kurden in der Türkei, die Kurdische Sprache war verboten und sogar das wort Kurde wurde Strafrechtlich verfolgt, was in vielen fällen Folter und Mord mit einschloss. Erst seit dem es die PKK gibt und sie für die Essentiellen Menschenrechten der Kurden kämpft weiß die Welt, das es Kurden gibt. Die Bisherigen zugeständnisse einiger Rechte für die Kurden enstanden nur unter dem druck der PKK. Das wissen die Kurden und das werden sie auch nicht vergessen und aus diesen Gründen werden sie zu Abdullah Öcalan stehen, egal wie hoch der Blutzoll auch sein wird den sie bezahlen werden, dass wurde schon oft genug gezeigt. Zum schluss möchte ich noch sagen, das die PKK 6 Jahre lang friedlich für die Rechte der Kurden eintratt, erst nach dem viel Mitglieder ermordet, inhaftiert und gefoltert wurden, griff die PKK zu den Waffen.
Chiefli1 16.02.2010
4. tja...
Zitat von ShvanWas sind diese "Interessen der Kurden" von denen Sie sprechen genau? Dass er kein "Kurdenführer" ist , wär mir neu Und "Terroristen" sind das nicht wirklich. Es bestehen Ähnlichkeiten, aber auch glasklare Unterschiede.
Das wissen "die Kurden" wohl selber nicht, wobei einfach der Begriff falsch ist....was wollen "die Deutschen", "die Franzosen"....immerhin steht dieses Wort für (je nach Quelle) ca 10-20 Mio. Menschen, ob wirklich alle das Gleiche wollen? Stimmt, eigentlich noch viel schlimmer...unter dem Vorwand "die Rechte" eines benachteiligten Volkes zu vertreten, ist die PKK heute neben einer terroristischen auch eine verbrecherische - ala Mafia - Organisation...
homeros123 16.02.2010
5. Kein kleiner Fehler- Eiskalte Terroristen!
Zitat von obenimIch verstehe euch nicht, wird es die Spiegel Redaktion nie kapieren er ist kein Kurdenführer, (wie sie ihn in dem Artikel nennen) er vertrat auch nie die Intressen der Kurden, sondern der PKK, einer Terrororganisation!!! Deshalb ist er auch verurteilt. Er ist Führer einer, auch vom Ausland anerkannten, Terrororganisation. Bitte Liebe Spiegelautoren macht nicht immerwieder diesen kleinen aber verherenden Fehler!!! Danke im vorhinaus....
Das ist kein kleiner Fehler sondern ein ganz großer und wichtiger. In Spanien die ETA, in Irland die IRA oder auch die Taliban vertreten gewisse Interessen aber auf der Basis des Terrorismus.Nicht akzeptabel... Sehr geehrte Damen und Herrn der Redaktion, ich bestehe darauf die PKK und alle angehörigen auch so zu bezeichen! In der BRD wird diese Gruppe offiziel auch so betitelt. Ansonsten schreiben Sie doch bitte demnächst, dass die Bader-Meinhof Gruppe eine Partei, Verein oder Interessenvertreter war. MfG
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