Freispruch in der Türkei Niederländische Journalistin muss nicht in Haft

Der niederländischen Journalistin Geerdink wurde vorgeworfen, Propaganda für die verbotene kurdische Organisation PKK in der Türkei betrieben zu haben. Nun wurde sie von einem Gericht freigesprochen.

Frederike Geerdink vor dem türkischen Gericht: "Freispruch!"
AFP

Frederike Geerdink vor dem türkischen Gericht: "Freispruch!"


Die niederländische Journalistin Frederike Geerdink muss nicht ins Gefängnis: Ein Gericht in der südosttürkischen Kurdenmetropole Diyarbakir hat sie vom Vorwurf der Terrorpropaganda freigesprochen.

Geerdink sollte angeblich Propaganda für die kurdische Arbeiterpartei PKK betrieben haben. Die Journalistin hatte auf Facebook Fotos von Menschen gepostet, die PKK-Flaggen tragen. Außerdem war ein Foto von ihr aufgetaucht, wie sie dem PKK-Chef Cemil Bayik nach einem Interview die Hand schüttelte.

Sie selbst hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und betont, sie berichte unparteiisch. Am ersten Verhandlungstag hatte der Staatsanwalt bereits für einen Freispruch plädiert. Daraufhin schrieb die Journalistin auf ihrem Blog "kurdishmatters.com": "Die Gerichtsverhandlung gegen mich wird ohne eine Verurteilung enden." Nach der Verhandlung postete sie die freudige Nachricht auf Twitter.

Im Januar hatte eine Anti-Terror-Einheit Geerdinks Haus durchsucht und sie verhört. Geerdink ist nach eigenen Angaben die einzige ausländische Journalistin in Diyarbakir.

Die Festnahme der Journalistin hatte internationale Proteste ausgelöst. Kritiker werfen der Türkei vor, die Pressefreiheit vehement einzuschränken. Nach einer Zählung des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ) in New York waren 2012 und 2013 in der Türkei mehr Journalisten inhaftiert als in jedem anderen Land der Welt. Ausländische Reporter werden jedoch nur relativ selten von den Behörden bedrängt.

kry/AFP/dpa



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