Frieden mit der Türkei PKK-Chef Öcalan will bewaffneten Kampf beenden

Abdullah Öcalan fordert seine PKK-Anhänger auf, die Waffen niederzulegen. Damit nährt der Chef der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei neue Hoffnung auf ein Ende des seit Jahrzehnten andauernden Konflikts mit der Türkei.

Öcalan vor einem türkischen Militärgericht 1999: "Strategische und historische Entscheidung der Entwaffnung"
DPA

Öcalan vor einem türkischen Militärgericht 1999: "Strategische und historische Entscheidung der Entwaffnung"


Istanbul - Der inhaftierte Chef der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK hat seine Anhänger zur Niederlegung ihrer Waffen aufgefordert. Abdullah Öcalan sagte in einer am Samstag von dem Abgeordneten Sirri Süreyya Önder verlesenen Botschaft: "Ich appelliere an die PKK, im Frühjahr einen außerordentlichen Kongress abzuhalten". Dabei solle eine "strategische und historische Entscheidung" getroffen werden, den bewaffneten Kampf aufzugeben und ihn durch eine demokratische Politik zu ersetzen.

"Wir nähern uns einer Lösung dieses 30 Jahre alten Konfliktes in Form eines endgültigen Friedens", erklärte Öcalan in der Botschaft, die Önder von der prokurdischen Oppositionspartei HDP in einer in der Form nie zuvor dagewesenen Pressekonferenz mit Vizeregierungschef Yalçin Akdogan verlas.

Die Friedensverhandlungen zwischen der türkischen Regierung und dem Chef der PKK liegen seit Monaten auf Eis. Die islamisch-konservative türkische Regierung hatte im Herbst 2012 Verhandlungen mit Öcalan aufgenommen. Dies nährte die Hoffnung, der Konflikt mit der großen kurdischen Minderheit, bei dem seit 1984 etwa 40.000 Menschen getötet wurden, könne überwunden werden.

Im März 2013 verordnete Öcalan seinen Anhängern einen Waffenstillstand, der auch weitgehend eingehalten wurde. Allerdings stoppte die PKK wenige Monate später den Abzug ihrer Kämpfer aus der Türkei, weil sie der Regierung in Ankara vorwarf, ihre Versprechen gegenüber den Kurden gebrochen zu haben. Seitdem standen die Verhandlungen still.

sun/dpa/AFP

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