Gülen-Verdacht Türkische Polizei nimmt Mitarbeiter der Dogan-Mediengruppe fest

Der türkische Staat geht weiter hart gegen mutmaßliche Anhänger der Gülen-Bewegung vor: Ein Justiziar und ein Ex-Chef der Dogan-Mediengruppe wurden festgenommen, ihre Wohnungen und Büros durchsucht.

Fethullah Gülen im US-amerikanischen Exil
DPA

Fethullah Gülen im US-amerikanischen Exil


Die türkischen Behörden nimmt in ihrem Kampf gegen Anhänger des Predigers Fethullah Gülen führende Mitarbeiter des Medienkonzerns Dogan ins Visier. Nach Razzien wurden der Chefjustiziar und ein früherer Vorstandschef festgenommen, teilte Dogan mit.

Zunächst wurden demnach private Büros und Wohnungen des Hausjuristen Erem Turgut Yücel und des Ex-Vorstands Yahya Üzdiyen durchsucht. Den Durchsuchungsbeschluss erließ Vize-Generalgeneralstaatsanwalt Ismail Ucar, berichtet die Nachrichtenseite "Internethaber". Dogan selbst und Tochterunternehmen waren dem Medienunternehmen zufolge nicht von den Razzien betroffen. Dennoch brach der Dogan-Aktienkurs zu Handelsbeginn um rund zehn Prozent ein.

Dogan besitzt die Tageszeitung "Hürriyet" und den Fernsehsender CNN Turk. Außerdem hält die Holding Beteiligungen an Finanz-, Energie- und Tourismusunternehmen. Hürriyet-Papiere gaben um bis zu 7,6 Prozent nach. Im Zuge der Ermittlungen war Anfang Dezember bereits der Dogan-Vertreter in Ankara, Barbaros Muratoglu, festgenommen worden. Die Justiz wirft auch ihm Verbindungen zur Bewegung Gülens vor.

Nach dem Putschversuch Mitte Juli 2016 sind in der Türkei über 120.000 Beamten aus dem Staatsdienst entfernt worden. Ihnen werden unter anderem Verbindungen zu Gülen vorgeworfen, der in den USA lebt. Der Geistliche selbst hat den versuchten Staatsstreich verurteilt und die Verantwortung dafür zurückgewiesen. Die Türkei unter Staatschef Recep Tayyip Erdogan sieht in der Bewegung Gülens eine Terrororganisation.

cht/Reuters/AFP



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