Razzien in der Türkei Polizei verhaftet 400 Terrorverdächtige

Kaum ein Land war zuletzt so stark von Anschlägen betroffen wie die Türkei. Die Regierung macht für viele der Attacken den "Islamischen Staat" verantwortlich. Die Polizei ging nun gegen Verdächtige vor.

Anti-Terror-Einsatz in der Türkei
AP

Anti-Terror-Einsatz in der Türkei


Bei mehreren Razzien hat die türkische Polizei insgesamt fast 400 mutmaßliche Anhänger der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) festgenommen. Unter den Verdächtigen seien zahlreiche Ausländer sowie Extremisten, denen die Planung von Angriffen in der Türkei vorgeworfen werde, berichten die Nachrichtenagenturen Dogan und Anadolu.

150 Personen seien demnach in der südtürkischen Provinz Sanliurfa nahe der syrischen Grenze in Gewahrsam genommen worden. In der Hauptstadt Ankara waren es 60 mutmaßliche IS-Anhänger, die größtenteils keine türkischen Staatsbürger sein sollen. Weitere Polizeirazzien gab es laut der Agenturen in der Metropole Istanbul, im westtürkischen Izmir, im südtürkischen Adana und im zentraltürkischen Konya.

Die türkische Führung macht den IS für zahlreiche Terroranschläge im Land verantwortlich (lesen Sie hier eine Chronik zu den Anschlägen in der Türkei). Die Terrormiliz reklamierte unter anderem den Angriff in der Silvesternacht auf den Klub Reina für sich. Der Hauptverdächtige befindet sich in Polizeigewahrsam.

Der Angreifer war in der Silvesternacht in den exklusiven Klub eingedrungen und hatte wahllos auf Feiernde geschossen. 39 Menschen waren getötet worden, darunter mindestens 26 Ausländer. Dem Mann war anschließend die Flucht gelungen. Mitte Januar nahm die Polizei einen Verdächtigen fest.

Militär meldet erfolgreiche Luftschläge in Syrien

In Syrien meldete das türkische Militär nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu Erfolge im Kampf gegen die Terrormiliz. Demnach habe die türkische Luftwaffe mehrere Angriffe in der nordsyrischen Region al-Bab geflogen. Dabei seien 33 IS-Kämpfer getötet, verletzt oder gefangen genommen worden.

mho/dpa/AFP



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