Präsidentenkür in der Türkei Gül macht Platz für Erdogan

Das türkische Staatsoberhaupt Abdullah Gül tritt zur kommenden Präsidentschaftswahl im August nicht an. Kommt nun die Nominierung Erdogans?

Türkischer Präsident Abdullah Gül: "Ich werde nicht kandidieren"
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Türkischer Präsident Abdullah Gül: "Ich werde nicht kandidieren"


Istanbul - Der türkische Präsident Abdullah Gül strebt keine weitere Amtszeit an - und macht damit den Weg frei für Recep Tayyip Erdogan. "Ich werde nicht kandidieren", sagte Gül nach einem Treffen mit Noch-Regierungschef Erdogan. Dessen Nominierung wird nun erwartet.

Gül hatte das Amt des Präsidenten seit 2007 inne. Der Posten wurde bislang vom Parlament besetzt. Nach der türkischen Verfassungsreform wird der Staatschef am 10. August erstmals vom Volk bestimmt. Dies könnte dem Posten, der bislang eine vorwiegend repräsentative Funktion hatte, deutlich mehr Gewicht verleihen.

Die regierende AKP will am Dienstag ihren Kandidaten nominieren. Allgemein wird damit gerechnet, dass sie Erdogan ins Rennen schicken wird. Nach drei Amtszeiten darf der ebenso beliebte wie umstrittene Politiker nicht erneut Regierungschef werden. Die Wahl ins Präsidentenamt würde ihm jedoch erlauben, weiter an der Spitze des Landes zu bleiben.

Umfrage erwartet Erdogan-Sieg im ersten Wahlgang

Einer Umfrage des Genar-Instituts zufolge könnte Erdogan die Wahl bereits in der ersten Runde mit 55,2 Prozent der Stimmen gewinnen, so dass keine Stichwahl am 24. August nötig wäre. Sein wichtigster Herausforderer, der Wissenschaftshistoriker und Diplomat Ekmeleddin Ihsanoglu, der am Sonntag von der Opposition nominiert wurde, gilt als wenig charismatisch und kann laut der Umfrage nur mit 35,8 Prozent rechnen.

Als Präsident dürfte sich Erdogan stark in die Tagespolitik einmischen. Der Staatschef werde künftig nicht allein fürs Protokoll da sein, sondern "einer, der schwitzt, herumrennt, hart arbeitet", sagte Erdogan bereits im April, nachdem die AKP die Kommunalwahlen im März klar gewonnen hatte.

isa/AFP



insgesamt 7 Beiträge
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osmanian 29.06.2014
1. Gül ist kein Marionette
Gül weiß genau das Erdogan als President mehr zu sagen haben wird durch änderung der Gesetze. Daher möchte er nicht als Marionette dienen. Erdogan hingegen ist ein Egomonster der alleine alles Entscheiden will..Egal ob als Premier oder als President..Schade das Türkei nur an einem Mann gebunden ist, das erbärmlich und zeigt wie Arm die Türkei in Sachen Karakter- und Führungsqualität ist..Erdogan schadet mittlerweile mehr als das er was tut
wcente 29.06.2014
2. Immer wenn man denkt ..
Zitat von sysopAFPDas türkische Staatsoberhaupt Abdullah Gül tritt zur kommenden Präsidentschaftswahl im August nicht an. Kommt nun die Nominierung Erdogans? http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-guel-tritt-nicht-mehr-an-a-978211.html
Immer, wenn man denkt schlimmer kann es nicht kommen ...
getürkterDeutscher 30.06.2014
3. bin gespannt
Zitat von sysopAFPDas türkische Staatsoberhaupt Abdullah Gül tritt zur kommenden Präsidentschaftswahl im August nicht an. Kommt nun die Nominierung Erdogans? http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-guel-tritt-nicht-mehr-an-a-978211.html
Ich bin dann mal gespannt, wer den Vorsitz der AKP übernimmt, wenn es Abdullah Gül nicht werden will/werden wird und Recep Tayyip Erdogan doch Staatspräsident wird. Der Außenminister Ahmet Davudoglu vielleicht? Wir werden sehen....
Whitejack 30.06.2014
4.
Interessant ist in dem Zusammenhang allerdings die Frage, welche Rechte der Präsident zukünftig haben wird. So einfach modelliert man ja ein altes Amt nicht komplett um.
egalglaubmir 30.06.2014
5. erinnert mich irgendwie
an Russland und Putin ;-)
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