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04. Juni 2019, 10:40 Uhr

Nato-Partner Türkei

Erdogan besteht auf Kauf von Russlands S-400-System

Der türkische Präsident Erdogan hält am umstrittenen Kauf von russischen S-400-Abwehrraketen fest - und trotzt damit Sanktionsdrohungen aus Washington. Seine Begründung: Das Angebot der USA sei nicht so gut.

Die USA drohen der Türkei mit Sanktionen, sollte Ankara das russische Raketenabwehrsystem S-400 kaufen. Washington fordert vom Nato-Partner, dass es stattdessen das amerikanische Patriot-System kauft. Aber der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan stellt sich stur.

"Es gibt hier ein Abkommen, das wir getroffen haben, eine Entscheidung. ... Zurückzutreten kommt nicht infrage", sagte Erdogan. Ankara sei "fest entschlossen". Das Angebot der Amerikaner sei nicht so gut wie das russische.

Erste Lieferungen der S-400 an die Türkei soll es schon im Juli geben. Washington fürchtet, dass Russland über die in der Türkei installierte Raketenabwehr an Daten über die Fähigkeiten der neuen F-35-Tarnkappenflugzeuge gelangen könnte. Die Türkei ist Partner beim Bau der F-35 und soll mehrere Jets erhalten. Das Mehrzweck-Kampfflugzeug soll in den nächsten Jahren zum Rückgrat der Luftstreitkräfte der USA und anderer Länder werden.

2,5 Milliarden US-Dollar kostet der Deal

Die S-400-Anlagen aus Russland sollen Kampfflugzeuge und Raketen im Luftraum vernichten. Die Türkei soll ihre vier Divisionen für einen Gesamtpreis von 2,5 Milliarden US-Dollar (2,23 Milliarden Euro) im Sommer erhalten. Eine Division hat zwölf Startanlagen mit je vier Raketen.

Im Mai hatte der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar erklärt, dass sich die türkische Regierung wegen des umstrittenen Geschäfts auf US-Sanktionen einstelle. Ankara bereitet sich demnach auf Sanktionen unter dem US-CAATSA-Gesetz vor, das Geschäfte mit russischen Rüstungsfirmen unter Strafe stellt. Im vergangenen Jahr hatten US-Sanktionen aufgrund des Falls eines in der Türkei festgehaltenen amerikanischen Pastors einen dramatischen Einbruch der Lira ausgelöst.

Zu Spannungen zwischen beiden Ländern führen auch die Inhaftierung anderer US-Amerikaner in der Türkei wegen Terrorvorwürfen sowie gegensätzliche Positionen im Syrienkonflikt.

als/dpa/AFP

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