Streit um Gasvorkommen Türkei sendet Bohrschiff in umstrittene Gewässer - Zypern protestiert

Im Mittelmeer streiten sich die Türkei und Zypern um den Zugang zu Öl- und Gasvorkommen. Nun schickt Ankara erneut ein Erkundungsschiff in umstrittene Gewässer - Zypern sieht darin eine Provokation.

Die Yavuz im Mittelmeer im August 2019
Murad Sezer/ REUTERS

Die Yavuz im Mittelmeer im August 2019


Zypern hat mit scharfer Kritik auf die Entsendung eines Bohrschiffes durch die Türkei in umstrittene Gewässer des Mittelmeers reagiert.

Es handele sich um eine schwere Eskalation von Ankaras illegalen Handlungen, teilte die Regierung Zyperns mit. Sie verurteilte die Ankunft des Schiffs Yavuz in dem Gebiet südwestlich der Insel.

Der Konflikt schwelt, seit die Türkei 1974 in Zypern militärisch intervenierte. Die Insel ist de facto zweigeteilt, in den griechischen Süden, der Mitglied der EU ist, und den Norden, der lediglich von der Türkei anerkannt wird. Sowohl die Türkei und Nordzypern auf der einen Seite als auch Zypern und Griechenland auf der anderen Seite beanspruchen die Öl- und Gasvorkommen in der Region für sich.

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Ankara würde die regionale Stabilität und Sicherheit aufs Spiel setzen, hieß es nun in der Mitteilung der zypriotischen Regierung. "Illegalität, egal wie oft sie wiederholt wird, schafft kein Gesetz." Zypern wolle nun seinen legalen und diplomatischen Kampf weiter verstärken, vor allem in der Europäischen Union. Diese hatte in der Vergangenheit in dem Streit bereits Sanktionen gegen die Türkei verhängt.

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Die Yavuz befindet sich aktuell in einem Gebiet des Blocks sieben auf der obigen Karte. Nachdem 2011 vor der Küste Zyperns Erdgas gefunden wurde, verteilte die zyprische Regierung Lizenzen. In Block sieben gingen diese an den französischen Konzern Total und das italienische Unternehmen Eni. Doch der Norden und die Türkei meldeten ebenfalls Ansprüche an. Ankara hat inzwischen drei Schiffe zur Erdgaserkundung vor Zypern stationiert. Ein türkischer Diplomat sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Yavuz solle am 7. Oktober mit Erdgaserkundungen beginnen.

kko/AP/Reuters



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