Korruptionsaffäre Türkische Staatsanwälte und Richter entlassen

Sie hatten in einer Korruptionsaffäre unter anderem gegen einen Sohn des damaligen Regierungschefs Erdogan ermittelt: Vier türkische Staatsanwälte und ein Richter wurden jetzt entlassen.

Eine Begründung für die Entscheidung wurde nicht genannt: Rund eineinhalb Jahre nach einer Korruptionsaffäre in der Türkei sind am Dienstag vier damals ermittelnde Staatsanwälte und ein Richter entlassen worden. Der Hohe Rat der Richter und Staatsanwälte (HSYK) habe mit fünf zu zwei Stimmen entschieden, die Juristen vom Dienst zu entheben, meldete die Nachrichtenagentur DHA.

Der HSYK hatte die Juristen im Dezember vergangenen Jahres zunächst beurlaubt und ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Die Staatsanwälte hatten unter anderem gegen Ministersöhne der islamisch-konservativen AKP-Regierung wegen Korruption ermittelt.

Die Korruptionsaffäre war im Dezember 2013 bekannt geworden. Neben den Ministersöhnen war der Sohn des damaligen Ministerpräsidenten und heutigen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan unter Verdacht geraten. Die Ermittlungen wurden inzwischen eingestellt.

Video: Das angebliche Telefonat Erdogans mit seinem Sohn

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Erdogan macht den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen für die Korruptionsvorwürfe verantwortlich. Er beschuldigt ihn, Polizei und Justiz unterwandert zu haben und die Regierung stürzen zu wollen. Gülen und Erdogan waren früher Verbündete, inzwischen sind sie Erzfeinde.

als/dpa
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