Türkei AKP-Politiker stirbt durch Attentat

Im Südosten der Türkei ist ein Politiker der Regierungspartei AKP erschossen worden. Die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK bekannte sich zu der Tat.


Im Südosten der Türkei hat es in der Nacht ein tödliches Attentat auf einen Politiker der Regierungspartei AKP. Deryan Aktert, der Vorsitzende der AKP im Dicle-Distrikt von Diyarbakir, sei in seinem Büro überfallen worden, erklärte das Büro des Provinzgouverneurs. Die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK, die von der EU als Terrororganisation eingestuft wird, bekannte sich zu dem Angriff. Man habe auf Aktert gezielt, wie er die PKK bekämpft habe. Einen Tag zuvor hatten Angreifer den AKP-Politiker Aydin Mustu in der Stadt Van getötet, 350 Kilometer östlich von Diyarbakir.

Der Südosten der Türkei wird hauptsächlich von Kurden bewohnt und grenzt an Iran, den Irak und Syrien. Im Juli 2015 war ein zweijähriger Waffenstillstand zwischen der PKK und der Armee zusammengebrochen. Die türkische Luftwaffe hatte zuvor PKK-Einrichtungen im Irak bombardiert.

Die PKK kündigte daraufhin die Waffenruhe auf und begann wieder mit Anschlägen vor allem auf Einrichtungen von Militär und Polizei. Die als terroristische Organisation international geächtete PKK kämpft seit drei Jahrzehnten für eine größere Autonomie der Kurden. In dem Konflikt wurden Zehntausende Menschen getötet.

82 Oppositionspolitiker festgenommen

Die türkischen Behörden gehen auch gegen die prokurdische Oppositionspartei HDP vor und hat mehr als 50 Politiker der HDP in der Südosttürkei festgenommen. Die meisten seien Provinz- oder Bezirksvorsitzende, teilte der Sprecher des kommunalen Ablegers der Partei (DBP), Merdan Berk, am Dienstag mit. Was ihnen genau vorgeworfen wurde, blieb zunächst unklar.

25 Politiker seien in der Provinz Diyarbakir und sieben in der Provinz Bitlis in Gewahrsam genommen worden. Die Polizei habe zudem eine Razzia in den Häusern von drei Parteivorsitzenden in der Provinz Diyarbakir durchgeführt, die Politiker jedoch nicht angetroffen, teilte Berk weiter mit. Den Festgenommenen werde der Zugang zu Anwälten verwehrt.

Im September hatte die türkische Regierung zahlreiche von der DBP geführte Gebietsverwaltungen im Südosten unter Zwangsverwaltung gestellt. Die zuvor ihrer Ämter enthobenen gewählten Bürgermeister wurden durch regierungsnahe Verwalter ersetzt. Nach Angaben des türkischen Innenministeriums wurden die Bürgermeister wegen mutmaßlicher Verbindungen zur PKK abgesetzt.

anr/Reuters/dpa



insgesamt 14 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
objective34@gmail.com 11.10.2016
1. Beweis
PKK erpresst die Kurden, die in der Türkei leben und nicht gehorsam für PKK-Faschismus werden. Dieses Ereignis beweist noch Mal diese Realität. Leider sprechen manche in Europa und in Deutschland von PKK immer noch als Freiheitskämpfer. Wie könnte eine solche Organisation, die ausnahmslos Kinder, Frauen, Beamten, Politiker, Zivilisten und Soldaten ermordet. PKK ist eine brutale, terroristische Organisation, die Kurden und Türken ausnahmslos tötet! Das muss endlich Mal bemerkt werden.
Freier.Buerger 11.10.2016
2. Man sind die bescheuert
Für jeden durch einen solch feigen Terrorakt getroffenen Türken, wird sich Erdogan vielfach an den Kurden rächen. Niemanden nützen dieser Terror mehr als Erdogan.
kabaday 11.10.2016
3.
Es geht hier um Politiker, die von der PKK ermordet werden, und der SPON macht selbst daraus noch eine Meldung gegen Erdogan. Wie in allen Ländern der Welt ist es verboten eine Terrororganisation zu unterstützen. Wer es nicht glaubt soll mal in Deutschland ein bißchen Propaganda im Netz für die IS machen. Nach wie vielen Minuten man wohl (zurecht) von der Polizei abgeholt wird? Das alles darf die Türkei aber ihrer Meinung nach wohl nicht. Da herrscht ja auch ein böser, böser Erdogan. Wer glaubt dass Erdogan die Kurden unterdrückt, soll die (Anti-)Kurdenpolitik der Türkei mal vor Erdogans Zeit genauer ansehen. Welche Fortschritte von Erdogan für die demokratischen Rechte der kurdischen Bevölkerung gemacht wurden, kann nur der ersehen, der die Zeit vor und nach Erdogan kennt. Aus dem hohlem Bauch (eher Kopf) heraus Erdogan zu kritisieren, ist natürlich einfacher. Das erklärt auch den blinden Hass der (kurdisch nationalistischen) PKK und ihrer Anhänger gegen Erdogan und drr Regierungspartei AKP. Je mehr es Erdogan schafft die kurdischen Bevölkerung mit dem türkischen Staat zu versöhnen, umso härter torpedierte sie den Friedensprozess, den Erdogan begann, weil sie in Massen ihre Anhängerschaft verlieren. Schliesslich hat Erdogan mehr als 6 Mio kurdische Wähler, die ja nicht alle doof sind und Erdogan wählen. Auch ein drittel der Abgeordneten der AKP sind Kurden, sowie mehrere Minister der Regierung. Diese Leute sollen ein Krieg gegen die eigene (kurdische) Bevölkerung führen? Also man muss den Kampf der Türkei gegen die terroristische PKK und die kurdische Bevölkerung trennen (können) um die Kurdenproblematik der Türkei( die es zweifellos noch gibt) sachlich diskutieren zu können. Wieviele Foristen des SPON's können das wohl?
Hermes75 11.10.2016
4.
Zitat von objective34@gmail.comPKK erpresst die Kurden, die in der Türkei leben und nicht gehorsam für PKK-Faschismus werden. Dieses Ereignis beweist noch Mal diese Realität. Leider sprechen manche in Europa und in Deutschland von PKK immer noch als Freiheitskämpfer. Wie könnte eine solche Organisation, die ausnahmslos Kinder, Frauen, Beamten, Politiker, Zivilisten und Soldaten ermordet. PKK ist eine brutale, terroristische Organisation, die Kurden und Türken ausnahmslos tötet! Das muss endlich Mal bemerkt werden.
Die Kurden in der Türkei haben die Wahl zwischen Pest (PKK) und Cholera (Erdogan). Der aktuelle Konflikt mit den Kurden wurde von Herrn Erdogan mutwillig vom Zaun gebrochen. Wenn eine Regierung einen Teil der Bevölkerung so behandelt wie Erdogan das tut, dann ist es aus meiner Sicht nicht erstaunlich wenn es militanten Widerstand gibt. Aber offensichtlich fürchtet Erdogan einen unabhängigen Kurdenstaat so sehr, dass er dafür bereit ist einen Bürgerkrieg in Kauf zu nehmen. Wie immer in solchen Fällen haben seine Schergen bestimmt schon Listen vorbereitet wen man wegen des Attentats als nächstes verhaften kann...
cemalaslan01 11.10.2016
5. Das ist schon heftig
Da kann man nur sein Beileid der betroffenen Familie aussprechen. Das haben haben jedoch meine drei türkisch stämmigen Poster verpasst zu tun. Vielleicht, weil er trotz allem ein Kurde war, der getötete? Jedoch Erdogan gleichzeitig in ein positives Licht zu Rücken kann man ja mal machen. Ich hoffe, dass dieser im Grunde genommene Sinnlose Kampf endlich friedlich gelöst wird, da es anscheinend nur um Autonomierechte geht und um keine Abspaltung. Peace!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.