Südosten der Türkei Dutzende Tote bei Kämpfen zwischen Soldaten und PKK-Anhängern

Im Südosten der Türkei liefern sich Soldaten und PKK-Kämpfer weiter heftige Gefechte. Die Armee tötete nach eigenen Angaben 35 Kurden, bei einem anderen Angriff kamen acht türkische Soldaten ums Leben.

Cizre im März 2016
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Cizre im März 2016


Die türkische Armee hat nach eigenen Angaben im Südosten des Landes 35 Kämpfer der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK getötet. Die Männer hätten am Samstagmorgen versucht, einen Militärstützpunkt in der Provinz Hakkari zu stürmen, teilte ein Militärvertreter mit.

Zuvor waren bei einem Angriff von mutmaßlichen PKK-Kämpfern acht türkische Soldaten getötet worden. Das berichtete die Nachrichtenagentur DHA am Samstag unter Berufung auf Armeequellen. Die türkische Regierung hatte zunächst von fünf getöteten Soldaten gesprochen.

Zu dem Angriff sei es am Freitag auf der Schnellstraße von Hakkari nach Cukurca im Südosten Anatoliens gekommen. Demnach wurden die Soldaten angegriffen, als sie auf der Schnellstraße Kontrollen durchführten. Die pro-kurdische Nachrichtenagentur Firat meldete eine höhere Zahl von getöteten Soldaten.

Seit dem Abbruch der Friedensgespräche zwischen der türkischen Regierung und der kurdischen PKK im Sommer 2015 kommt es im Südosten der Türkei immer wieder zu Gefechten zwischen Armee und Rebellen. In manchen Gebieten herrschen Bürgerkriegsähnliche Zustände.

Die türkische Regierung und PKK werfen sich gegenseitig vor, zuerst zu den Waffen gegriffen und die Gespräche damit zum Scheitern gebracht zu haben. Tausende Extremisten und hunderte Zivilisten wurden bislang bei den Auseinandersetzungen getötet. Die türkische Regierung lehnt eine Rückkehr zu Verhandlungen ab.


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brk/dpa/Reuters

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