Türkei Tote und Verletzte bei Explosion im Badeort Antalya

Neue Explosion in der Türkei: Im Urlaubsort Antalya wurden heute nachmittag mindestens zwei Menschen getötet und Dutzende verletzt. Durch die Wucht der Detonation gingen auch Scheiben zu Bruch und und zahlreiche Autos wurden beschädigt.


Antalya - Die Explosion ereignete sich im Zentrum der Großstadt am Mittelmeer. Die Polizei bestätigte, dass bei einer Explosion zwei Menschen getötet und Dutzende verletzt worden seien. Der türkische Nachrichtensender NTV sprach von 3 Toten und 18 Verletzten.

Nach der Detonation sei Feuer ausgebrochen, meldete die Nachrichtenagentur Anadolu. Der Brand sei schnell von der Feuerwehr gelöscht worden. An der Brandstelle seien anschließend die zwei zum Teil verbrannten Leichen gefunden worden.

Unter den Verletzten seien Frauen und Kinder, berichteten türkische Medien. Die Explosion habe sich vor einem Gebäude der Stadtverwaltung gegenüber eines Marktes ereignet. Eine Touristin sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Explosion habe sich in einem an der Hauptstraße von Antalya gelegenen Café-Restaurant ereignet, das in Flammen aufgegangen sei.

Durch die Wucht der Detonation im belebten Stadtzentrum von Antalya wurden Scheiben von Restaurants und Geschäften zertrümmert. Auch zahlreiche Autos wurden beschädigt. Ob auch ausländische Touristen verletzt wurden, ist bisher unklar.

In Marmaris und Istanbul waren in der Nacht zuvor bei Explosionen 23 Menschen verletzt worden. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa soll sich die kurdische Extremistengruppe "Freiheitsfalken Kurdistans" zu beiden Anschlägen bekannt haben. Solange sich der Führer der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan, in Gefangenschaft befinde, "werden überall in der Türkei unsere Bomben hochgehen", hieße es in dem Bekennerschreiben.

Allein im Urlauberparadies Marmaris detonierten in der Nacht drei Bomben. Dort wurden nach Behördenangaben 21 Menschen verletzt, 11 Türken und 10 britische Touristen. Drei der Briten wurden nach Angaben des britischen Außenministeriums im Krankenhaus auf der Intensivstation behandelt. Der Küstenort Marmaris ist sowohl bei westeuropäischen und russischen Touristen als auch bei Türken beliebt.

Zu einer Explosion kam es gestern Abend auch im Istanbuler Außenbezirk Bagcilar. Dort wurden sechs Menschen verletzt, als eine Paketbombe explodierte. Das Paket war an einer Schulmauer in dem Stadtbezirk im europäischen Teil deponiert, wie der Istanbuler Polizeichef Celalettin Cerrah mitteilte.

Kurdische Extremisten haben sich bereits mehrfach zu Anschlägen in türkischen Touristengebieten bekannt. Im Juli vergangenen Jahres waren bei einer Explosion in einem Kleinbus im Urlaubsort Kusadasi eine britische und eine irische Urlauberin sowie drei weitere Insassen getötet worden. Dazu hatten sich die "Freiheitsfalken Kurdistans" bekannt, die als Splittergruppe der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK gilt. Vor zwei Tagen wurden bei der Explosion zweier Bomben in der südtürkischen Stadt Adana vier Menschen verletzt.

Das Londoner Außenministerium warnte vor einer erhöhten Terrorgefahr in der Türkei. "Wir glauben, dass internationale und inländische Terrorgruppen derzeit in der Türkei aktiv sind", hieß es in einer am Montag veröffentlichten Erklärung. "Weitere Angriffe, auch in Touristengebieten, könnten folgen."

agö/dpa/AFP/Reuters



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