Türkei Toter bei Angriff auf Wahlkampfbus der Opposition

Eine neue Gewalttat erschüttert den Wahlkampf in der Türkei: Im Südosten des Landes wurde ein Bus der kurdischen HDP beschossen. Der Fahrer hat den Anschlag nicht überlebt.

Wahlkampfkundgebung der HDP: Anschlag auf die kurdische Oppositionspartei
DPA

Wahlkampfkundgebung der HDP: Anschlag auf die kurdische Oppositionspartei


Vier Tage vor der Parlamentswahl in der Türkei haben Unbekannte einen Wahlkampfbus der kurdischen Partei HDP angegriffen. Der Busfahrer sei mit Schussverletzungen tot neben dem Fahrzeug in der Region Karliova im Südosten entdeckt worden, berichteten türkische Medien.

Es war nicht der erste Anschlag auf die oppositionelle HDP im Wahlkampf. Im Mai waren bei zeitgleichen Bombenanschlägen auf Parteibüros sechs Menschen verletzt worden.

Türkische Nationalisten und Vertreter der Regierungspartei AKP werfen der kurdischen Partei vor, sie unterhalte enge Verbindungen zur verbotenen PKK. Mit diesen Vorwürfen wollen sie die Pläne der HDP durchkreuzen, breitere Wählerschichten über die kurdische Minderheit hinaus für sich zu erschließen.

Sollte die HDP bei der Wahl am Sonntag die Zehn-Prozent-Hürde überspringen und ins Parlament einziehen, könnte sie die Pläne der islamisch-konservativen AKP von Präsident Recep Tayyip Erdogan durchkreuzen, per Verfassungsänderung eine Präsidialdemokratie einzuführen.

syd/AFP/AP

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